Hakimullah Mehsud: Skrupelloser Gotteskrieger

18. Oktober 2009, 17:19
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Chef der Taliban in Pakistan

Islamabad - Offiziell ist Hakimullah Mehsud erst seit wenigen Wochen einer der mächtigsten Anführer der radikal-islamischen Taliban in Pakistan. Doch schon bevor er im August zum Nachfolger des getöteten Gründers der Bewegung "Tehrik-e-Taliban Pakistan" (TTP) und Stammesbruders Baitullah Mehsud ernannt wurde, eilte ihm der Ruf des kampferprobten und skrupellosen Gotteskriegers voraus.

Geboren in einem kleinen Dorf in Süd-Waziristan soll sich der heute knapp 30-Jährige bereits als Jugendlicher einer extremistischen Miliz angeschlossen haben, die für Hunderte Morde an Angehörigen der schiitischen Minderheit in der Stammesregion verantwortlich gemacht wird. Nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan Ende 2001 zog er ins Nachbarland, wo er gegen die internationalen Truppen kämpfte.

Soldatenentführung

Zurück auf pakistanischer Seite der Grenze stieg der hochgewachsene und energische Kämpfer wenige Jahre später zur rechten Hand Baitullah Mehsuds auf. In dieser Rolle soll er im August 2007 die Entführung von knapp 300 Regierungssoldaten in Süd-Waziristan angeführt haben. Im Austausch für die Sicherheitskräfte entließ die Regierung damals Dutzende Extremisten aus dem Gefängnis.

Nach diesem Coup übernahm er das TTP-Kommando in den nördlich von Waziristan gelegenen Stammesgebieten wie Khyber, wo seine Anhänger ab Mitte 2008 verstärkt Angriffe gegen Nachschubkonvois für die US- und NATO-Soldaten in Afghanistan verübten. Auch für Anschläge auf zivile Ziele wird Hakimullah verantwortlich gemacht - darunter das Selbstmordattentat auf ein Luxushotel in Peshawar mit fast 20 Toten.

Als Chef der "Tehrik-e-Taliban" (Tehreek-e-Taliban) überzog er das Land vor wenigen Tagen mit einer Terrorwelle, der in Lahore, Peshawar und Rawalpindi mehr als 160 Menschen zum Opfer fielen. Mit den Anschlägen wollte Hakimullah den Tod seines Vorgängers rächen. Gleichzeitig provozierte er damit jedoch die neue Großoffensive der pakistanischen Streitkräfte gegen seine Bewegung in Süd-Wazirstan, die nach Aussage der Armeeführung nun sein Ende besiegeln soll. (APA)

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    Hakimullah Mehsud, Talibanchef

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