Petrikovics nennt Namen in der RLB Oberösterreich

19. Oktober 2009, 12:33
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RLB-Vorstandsmitglied Georg Starzer soll von "Refundierung" der Hochegger- und Meischberger-Provisionen gewusst haben - Starzer weist Vorwürfe vehement zurück

Linz - Der frühere Immofinanz-Chef Karl Petrikovics belastet in der Buwog-Provisionsaffäre weiter die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) und nennt nun auch Namen. In einer Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft Wien behauptet er, RLB OÖ-Vorstandsmitglied Georg Starzer sei in die "Refundierung" der Hochegger- und Meischberger-Provisionen involviert gewesen und habe davon gewusst. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montagsausgabe. Starzer weist die Vorwürfe als "völligen Unsinn" zurück.

"An abschließender Verhandlung persönlich teilgenommen"

Petrikovics behauptet, die Immofinanz habe nur die Hälfte der Provisionen an die Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger in der Höhe von 9,6 Mio. Euro bezahlt. Die andere Hälfte sei auf das Raiffeisen-Konsortium entfallen.

In der dem Nachrichtenmagazin vorliegenden Stellungnahme heißt es dazu unter anderem wörtlich: "Als Zeugen dafür können nach meiner Erinnerung Mag. Thornton und Dr. Postl (zwei damalige Immofinanz-Führungskräfte, Anm.) sowie aufseiten der RLB Oberösterreich Dr. Starzer in Betracht kommen. Diese Personen haben ... an der abschließenden Verhandlung über den ... Ankauf der restlichen ESG-Anteile durch die Immofinanz-Gruppe persönlich teilgenommen." 

Starzer: "Lediglich Organ des Konsortiums"

Gegenüber der Austria Presse Agentur sagte Georg Starzer, dies sei "inhaltlich ein völliger Unsinn". Er sei sei lediglich als Organ des Konsortiums tätig gewesen. Hochegger habe der RLB OÖ zwar Lobbying anbieten wollen, er als Vertreter habe aber immer vehement abgelehnt. Die RLB OÖ habe nie Provisionszahlungen geleistet, die Anschuldigungen seien absurd und inhaltlich völliger Unsinn. Die RLB OÖ habe bereits Petrikovics wegen "Verleumdung" angezeigt. Die Sache werde sich bald auflösen, so Starzer.

Die Villacher Wohnungsgesellschaft ESG war als Teil des Buwog-Pakets 2004 von Immofinanz und einem Konsortium um die RLB übernommen worden, 2005 kaufte die Immofinanz alle ESG-Anteile auf, wobei laut Petrikovics die Hälfte der Lobbyisten-Provision von insgesamt 9,6 Millionen Euro vom Kaufpreis abgezogen worden sein soll. Die RLB Oberösterreich hat die Behauptungen bereits mit aller Vehemenz zurückgewiesen und Petrikovics noch Freitag vergangener Woche wegen "Verleumdung" angezeigt. (APA)

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