Mazedonien und Kosovo legen Grenzstreit bei

18. Oktober 2009, 08:52
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Parlamente beider Länder machen Weg für Beziehungen frei - Solana: "Zeichen der Reife und Verantwortung"

Skopje/Pristina - Nach langen Verhandlungen haben die frühere jugoslawische Teilrepublik Mazedonien und die ehemalige serbische Provinz Kosovo ihren Grenzstreit beigelegt. Die Parlamente in Skopje und Pristina ratifizierten am Samstag ein entsprechendes Abkommen ihrer Regierungen. Es bereitet den Weg für die vollständige Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Mazedonien und dem seit Anfang 2008 unabhängigen Kosovo.

Einzelheiten über das Abkommen wurden zunächst nicht bekannt. Der kosovarische Regierungschef Hashim Thaci teilte mit, der Vertrag berücksichtige "die Prinzipien der Souveränität, der territorialen Unversehrtheit, der politischen Unabhängigkeit und der friedlichen Beilegung von Meinungsverschiedenheiten".

Angefochtene Grenzziehung

Skopje hatte die Unabhängigkeit des Kosovo im Oktober 2008 anerkannt, die Aufnahme vollständiger diplomatischer Beziehungen aber von der Lösung des schwelenden Grenzstreits abhängig gemacht. Pristina hatte die 2001 von Serbien und Mazedonien beschlossene Grenzziehung angefochten. Laut mazedonischen Medienberichten entzündete sich der Streit an einer etwa 20.000 Hektar großen Fläche in der Umgebung der mazedonischen Dörfer Debalde und Tanusevci.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana begrüßte das Abkommen in einer Erklärung als "Zeichen der Reife, der Verantwortung und des gegenseitigen Respekts". Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft sprach von einem "ermutigenden Signal", das zeige, wie in Europa Probleme in gegenseitigem Einvernehmen gelöst werden könnten.

Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Skopje empfohlen. Mazedonien hat seit Ende 2005 den formellen Status eines EU-Beitrittskandidaten. (APA)

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