Junta-Chef will Kandidatur durch Vermittler klären lassen

18. Oktober 2009, 08:30
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Präsident von Burkina Faso als Mediator vorgeschlagen

Dakar - Im Streit um seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl im Jänner hat Guineas Junta-Chef Mussa Dadis Camara eine internationale Vermittlung verlangt. In einem Schreiben an die Afrikanische Union (AU) und die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) habe er den Präsidenten von Burkina Faso, Blaise Compaoré, als Vermittler vorgeschlagen, sagte Außenminister Alexandre Cece Loua der Nachrichtenagentur AFP. Die AU hatte Camara ultimativ aufgefordert, auf eine Kandidatur zu verzichten.

Seit dem brutalen Vorgehen der Junta gegen Oppositionelle Ende September ist Camara international stark unter Druck geraten. Am Samstag verhängte die ECOWAS angesichts der "begangenen Grausamkeiten" ein Waffenembargo gegen das Land. Die Vereinten Nationen kündigten eine Untersuchung an.

Bei einer Kundgebung der Opposition in einem Stadion der Hauptstadt Conakry wurden am 28. September nach Angaben von Menschenrechtsgruppen 157 Menschen getötet und 1200 weitere verletzt, als die Armee brutal gegen die Demonstranten vorging. Der Protest richtete sich gegen die Pläne des Junta-Chefs, doch bei der Wahl anzutreten.

Das Militär hatte am 23. Dezember nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Lansana Conté in einem unblutigen Putsch die Macht in dem afrikanischen Land ergriffen. Danach hatte Camara zugesagt, bei einer Wahl nicht zu kandidieren. (APA)

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