Naumoski und die Tommyknockers

17. Oktober 2009, 20:12
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Auch beim 3:2 über den LASK präsentierte sich der Mattersburger als Fußballer

Mattersburg - Vielleicht hat es ja mit Stephen King zu tun. Der beschrieb in seinem Schauerroman "Tommyknockers" ausführlich, wie monströse Außerirdische Menschen kapern, um daraus neue, verbesserte Versionen ihrer selbst zu kreieren.

Mag also sein, dass Ilèo Naumoski im Sommer gar nicht im Ausland auf Vereinssuche gewesen ist, sondern in einem Raumschiff, wo die Tommyknockers ein paar neue Kabelverbindungen anbrachten oder umsteckten. Dann haben sie ihn zurückgeschickt nach Mattersburg, wo er sich zum Erstaunen aller nunmehr als echter Fußballer - und nicht bloß als matschkernder Badkicker - entpuppte.

Der neue, verbesserte Naumoski ist zum Beispiel höchst torgefährlich. Sieben Mal war er in dieser Saison im Einsatz, sechsmal traf er. Gleich dreimal am Samstag beim 3:2 gegen den LASK, der die neue, verbesserte Naumoski-Version nicht und nicht in den Griff bekam.

Auch deshalb nicht, weil der Mazedonier praktisch überhaupt nicht raunzte, den Schiedsrichter eine krummen Hund hieß oder ähnliche Maradonesken abhielt. Statt dessen harmonierte er phasenweise sehenswert mit Sturmpartner Thomas Wagner, der diesmal wieder einmal von Beginn an ans großteils gelungene Werk (zwei Assists, nur eine vergebene Hundertprozentige) gehen durfte.

"Das Burgenland" , erzählte Naumoski nach dem Spiel mit freilich gewohntem Understatement, "muss sich in der nächsten Zeit auf Mattersburg freuen." Zumal laut Naumoski Mattersburg sich vor allem aufs nächste Spiel in Hütteldorf freut, wo man "warum nicht?" gewinnen werde.

Voraussetzung dafür wäre allerding die Einsicht, dass ein Spiel solange dauert, bis es abgepfiffen wird. Die letzten zehn Minuten gegen den LASK waren aus pannonischer Sicht nämlich horribel. Da war der neue, verbesserte Naumoski aber nicht mehr auf dem Platz, sondern malträtierte vor lauter Ärger über die noch nicht neuen, verbesserten Kollegen auf der Tribüne unschuldige Sessel. (wei, DER STANDARD,Printausgabe, Montag, 19. Oktober 2009)

SV Mattersburg - LASK Linz 3:2 (2:1)
Mattersburg, Pappelstadion, 3.100, SR Messner

Torfolge:
1:0 (23.) Naumoski (Foul-Elfmeter)
1:1 (38.) Wallner
2:1 (45.) Naumoski
3:1 (58.) Naumoski
3:2 (80.) Margreitter

Mattersburg: Bliem - Sedloski, Malic, Pöllhuber, Rath (56. Hamouz) - Spuller, Seidl (66. Atan), Schmidt, Mörz - Naumoski (77. Waltner), Wagner

LASK: Zaglmair - Bubenik (63. Piermayr), Kobleder, Margreitter, Rasswalder - Metz (59. Bichelhuber), Majabvi, Prager, Saurer - Mayrleb (50. Alunderis), Wallner

Gelbe Karten: Mörz, Schmidt, Malic, Wagner bzw. Saurer, Rasswalder

Rot: Kobleder (48.)

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    Ilco Naumoski liefert drei Tore

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