Nemsic singt Loblieb auf russischen Markt

17. Oktober 2009, 13:52
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Kauf der Telekom Austria durch die Telekom Italia nicht vorstellbar

Der "Hauptnachteil" am Europäischen Telekommarkt sei "die überbordende Regulierung", die es in Russland nicht gebe, sagte Boris Nemsic, früher Telekom-Austria-Vorstandsvorsitzender und jetzt Vorstandschef der russischen Vimpelcom, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Einschränkungen für Ex-Monopolisten seien zwar "eine interessante Idee", hätten aber auch nach 12 Jahren nichts gebracht. Durch die Förderung von zu vielen Spielern habe man erreicht, dass zu wenig investiert wird.

Querbeet

In Russland gebe es beispielsweise keine Preisregulierung im Festnetz. "Natürlich wünscht man sich aber auch hier geordnetere Verhältnisse, etwa bei der Lizenz-Vergabe", räumt Nemsic immerhin ein. Aber er weiß es zu schätzen, dass in Russland Glasfaserkabel von Dach zu Dach frei verlegt werden dürfen. Dadurch habe die Vimpelcom-Tochter Golden Telecom in vier Jahren 7,9 Mio. Haushalte mit Glasfaser anschließen können. Das sei zwar nicht besonders schön, aber häufig lägen die Kabel auf 15 Stock hohen Gebäuden, wo man sie kaum sehe.

Ein Auge auf Österreich

Nemsic ist am Laufenden, was Österreich betrifft: Über Artikel, wonach Telecom Italia die Telekom Austria kaufen könnte habe er gelacht: "Ich kann mir das nicht vorstellen". Er habe immer die Telekom Austria "in einem Verbund" wachsen lassen wollen. Nicht mit Vodafone, aber "mit jemandem von ähnlicher Größe wäre es sinnvoll gewesen, die Eigentümerstruktur zu verändern". Die ägyptische Orascom "hatte sicher Interesse an einer Zusammenarbeit". Vimpelcom selber habe aber keine Interessen in Westeuropa und sehe diese Region nicht als Wachstumsmarkt. (APA)

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    Nemsic für unregulierte Märkte

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