Frattini empört über Vorwurf der Schmiergeldzahlung an Taliban

16. Oktober 2009, 22:43
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"Dieser Bericht ist eine Lüge und beleidigt das Land"

Rom - Die Regierung in Rom hat am Freitag erneut bekräftigt, dass sie keinerlei Schmiergelder an die radikalislamischen Taliban in Afghanistan gezahlt habe, um Frieden in der Region Saroubi zu bewahren, die unter der Aufsicht italienischer Soldaten steht. "Dieser Bericht ist eine Lüge und beleidigt das Land", sagte der italienische Außenminister Franco Frattini am Freitag am Rande eines Treffens mit seinem afghanischen Amtskollegen Rangin Dadfar Spanta. Spanta erklärte, auch die afghanische Regierung werde den Bericht der britischen Tageszeitung "The Times" öffentlich dementieren.

Die "Times" berichtete, Kommandanten der Miliz hätten mehrere zehntausend Dollar erhalten. Die "Times" berief sich auf Quellen aus Militärkreisen, darunter hochrangige NATO-Offiziere. Die Regierung in Rom habe ihre Verbündeten nicht korrekt informiert, schrieb das Blatt. Die französischen Truppen hätten daher fälschlicherweise angenommen, dass die Region sicher sei. Der Überfall auf französische Soldaten am 18. August 2008 war der tödlichste Angriff auf die internationalen Streitkräfte in Afghanistan in mehr als drei Jahren. Neben den zehn Todesopfern gab es 21 Verletzte.

"Beleidigung"

Die Regierung von Premier Silvio Berlusconi hatte schon am Donnerstag dementiert, Geld an die Taliban gezahlt zu haben. Verteidigungsminister Ignazio La Russa kündigte eine Klage gegen "The Times" an. Die Behauptung, Italien habe Geld an die Taliban bezahlt, sei eine Beleidigung für die italienischen Soldaten, die im Krisenland stationiert sind.

Bei dem bisher schwersten Anschlag auf die italienischen Truppen in Afghanistan wurden im September sechs italienische Soldaten in Afghanistan getötet. Ein 25-jähriger italienischer Soldat kam am Donnerstag bei einem Unfall mit einem Panzer ums Leben. Circa 3.000 italienische Soldaten sind zurzeit in Afghanistan stationiert. (APA)

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