Keine Einigung bei Nord-Süd-Gesprächen

16. Oktober 2009, 22:25
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Verhandlungen sollen fortgesetzt werden

Seoul - Vertreter der Rot-Kreuzverbände Süd- und Nordkoreas haben am Freitag neue Gespräche über humanitäre Angelegenheiten ohne greifbares Ergebnis beendet. Bei der Frage neuer Begegnungen von Angehörigen seit Jahrzehnten getrenntlebender Familien, die für Südkorea im Mittelpunkt stand, gab es nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul keine konkrete Einigung.

"Nordkorea hat Südkorea um humanitäre Hilfe gebeten", sagte eine Sprecherin nach dem Treffen in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaessong. Die südkoreanische Seite habe zugesagt, die Anfrage zu überprüfen. Auch wollen beide Länder die Gespräche fortsetzen.

Die nordkoreanischen Vertreter machten nach südkoreanischen Angaben jedoch nicht klar, welche Art von Hilfe das kommunistische Land wolle. Die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass Nordkorea die Hilfen als Entgegenkommen für die Organisation neuer Familientreffen erwarte. Allerdings hätten sie auch nicht die Notwendigkeit neuer Familienkontakte bestritten.

Familientreffen

Südkorea schlug neue Familientreffen im kommenden Monat und zum Mondneujahr im Februar vor. Beide Länder hatten Ende September die ersten dieser zeitlich begrenzten Zusammenführungen koreanischer Familien seit zwei Jahren in Nordkorea durchgeführt. Zehntausende Familien wurden durch die Landesteilung und den Korea-Krieg (1950-53) zerrissen. Für sie ist in der Regel kein Kontakt über die Grenze möglich.

Nach monatelangen heftigen Spannungen hatte es zwischen beiden Staaten wieder eine vorsichtige Annäherung gegeben. Nach einer Reihe von Versöhnungsgesten Nordkoreas, wie der Zusage neuer Familientreffen und Erleichterungen im Grenzverkehr, hatte das Land am Donnerstag allerdings auch wieder kriegerische Töne angeschlagen. Die nordkoreanische Marine hatte Südkorea vorgeworfen, Kriegsschiffe über die umstrittene Seegrenze vor der Westküste zu schicken. Auch warnte Nordkorea vor möglichen Seegefechten.

Die konservative südkoreanische Regierung hatte angesichts des andauernden Streits um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm die umfassenden Nahrungshilfen eingestellt, die die liberale Vorgängerregierung für das verarmte Nachbarland noch geleistet hatte. (APA)

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