Schluss mit der GIS

16. Oktober 2009, 18:27
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Ein ranghoher Medienjurist des Kanzleramts hat detailliert und präzise seine persönliche Position dargelegt, warum dieRundfunkgebühr nicht bleiben kann, wie sie ist

Siebenundzwanzig Millionen Euro: So viel kosteten die Zasterfahnder von der ORF-Gebührentochter GIS 2008 laut Bilanz. 3,25 Prozent der Rundfunkgebühren kassiert die GIS für deren Einhebung. Mit solchen Summen lässt sich der eine oder andere ORF-Redakteur finanzieren, die eine oder andere Dokumentation und der eine oder andere Film. 5,9 Millionen Euro trägt der ORF derzeit zum Beispiel zu Österreichs Kinofilmförderung bei.

Das Geld ließe sich umwidmen oder einsparen. Ein ranghoher Medienjurist des Kanzleramts hat detailliert und präzise seine persönliche Position dargelegt, warum die (in dieser Form europaweit einzigartige) Rundfunkgebühr nicht bleiben kann, wie sie ist, mehr dazu hier. Und warum eine "Audiovisionssteuer" für alle Haushalte sich aufdrängt wie in anderen europäischen Ländern. Sein Chef sieht das offenbar anders.

Alle Haushalte? Warum soll für Funk und Fernsehen zahlen, wer keinen Fernseher, kein Radio, keinen internetfähigen PC hat, über den er Programme empfangen kann, womöglich auch solche des ORF? Gegenfrage: Warum finanzieren Sie Bundes- und Landestheater mit, wenn Sie seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten keine Aufführung mehr besucht haben? Warum Museen? Warum zahlen Sie Lehrer und Uniprofessoren, wenn Sie keine Kinder haben, selbst im Berufsleben stehen und für ein Seniorenstudium viel zu jung sind?

Theater, Museen oder geförderter Film können Bildung bieten wie Unterhaltung. Eigentlich wie Fernsehen und Radio und Onlinedienste des ORF, oder? (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 17./18.10.2009)

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