Elisabeth Scharang beginnt mit neuen Dreharbeiten

16. Oktober 2009, 16:13
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Hintergrund der Handlung von "Vielleicht in einem anderen Leben" sind die Todesmärsche in der Endphase des NS-Regimes

Passendorf/Wien - Ende April 1945 wurden tausende jüdische Häftlinge und Zwangsarbeiter von kleinen Einheiten der Waffen-SS aus Ungarn durch die österreichische Provinz getrieben. Das Ziel der Todesmärsche war stets das Konzentrationslager Mauthausen, wo die Männer, Frauen und Kinder noch vor dem Einzug der Alliierten getötet werden sollten. Die absurde Geschichte einer kleinen Gruppe von ungarischen Juden, die damals in einem Heustadel lagerte und begann, die Operette "Wiener Blut" einzustudieren, um das Mitgefühl der Bauern vor Ort zu wecken, wird derzeit von Elisabeth Scharang im niederösterreichischen Passendorf verfilmt. In den Hauptrollen von "Vielleicht in einem anderen Leben" agieren Ursula Strauss und Johannes Krisch.

Strauss und Krisch standen u.a. auch schon für Götz Spielmanns Oscar-nominierten Film "Revanche" gemeinsam vor der Kamera und spielen diesmal das bäuerliche Ehepaar Traudl und Stefan Fasching, deren Sohn im Krieg gefallen ist und die sich in ihrer Trauer zumeist sprachlos gegenüberstehen. Auch wenn man am Set aufpassen müsse, "dass man nicht aufgesogen wird von den Schrecklichkeiten", schwärmt Strauss vom Dreh und der neuerlichen Zusammenarbeit mit Krisch. "Wir spielen so gerne miteinander, das ist so ein gegenseitiges Hochschaukeln." Neben den beiden spielen die ungarischen Darsteller Peter Vegh und Orsolya Toth, die zuletzt in Venedig für ihre Rolle in "Women Without Men" hochgelobt wurde.

Das Drehbuch für die Zwei-Millionen-Euro-Produktion der Wiener epo-Film (in Koproduktion mit der ungarischen Mythberg Film und der deutschen Filmline Productions) verfassten Silke Hassler und Peter Turrini. Als Kameramann konnte der Franzose Jean-Claude Larrieu verpflichtet werden, was zwar laut Scharang eine weitere Sprache und damit noch mehr Verständigungsschwierigkeiten bedeute, gleichzeitig dem Film aber "optisch eine sehr poetische Ebene" verleihe. Die Dreharbeiten in Passendorf, einem äußerst pittoresken 18-Einwohner-Dorf, dauern noch gut eine Woche. Einen Kinostart wünscht sich die Regisseurin für den Herbst 2010. (APA)

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