Das Gespenst der Freiheit

16. Oktober 2009 16:28
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    Foto: der standard

    "Ich lächelte, als ich ihres Mundwinkels gewahr wurde, den sie leicht nach oben gezogen hatte, als würde sie wissen, das jetzt, im nebeligen Krakau des Jahres 1990, auf den Tag genau fünfhundert Jahre, nachdem sie Leonardo gemalt hatte, eine durchgeknallte Wienerin vor ihr sitzen und den Traum nicht von der Wirklichkeit würde unterscheiden können."

Wir waren nach Krakau gereist, ins Museum Czartoryski, wo es nach Bohnerwachs roch und billigen Nikotinschwaden - Von Andrea Maria Dusl

Über den wilden Osten und die Dame mit dem Hermelin.

***

Da war der Eiserne Vorhang und dahinter der Kommunismus und die Raketen, und alles war gefährlich. Osten nannten wir es. Osten, das Reich des Bösen. Und eines Tages war das nicht mehr so. Eines Tages war der Eiserne Vorhang gefallen, hatte sich die Welt verändert. Nicht auf grünen Tischen und in präsidialen Besprechungsbunkern war das Undenkbare geschehen, sondern auf den Straßen, direkt vor unseren Augen. Eines Tages waren die Busse gekommen, zu Hunderten, stinkende, schmutzige Reisereptile, und in ihnen war die Reinheit gesessen. Die Ausgesperrten, die Entmündigten. Mit leuchtenden Augen waren sie zu uns gekommen in den goldenen Westen, hatten fassungslos in die Auslagen geschaut, nur ein wenig geschaut und geweint, weil das Glück der Freiheit in ihren Herzen Feuer entfacht hatte. Nie vorher und nie nachher habe ich das Glück in solch reiner Form gesehen, wie damals an einem kalten, verhangenen Herbsttag, als die Slowaken nach Wien gekommen waren, in ihren düsteren und schlecht riechenden Bussen.

An diesem Tag hatte sich auch meine Welt verändert. Was waren das für Menschen, die solch tiefer Gefühle fähig waren, die weinen konnten wie Kinder? Ich wollte dorthin, wo sie herkamen, den Strom der Emotionen aufwärtsrudern. Wollte in den Osten, in das Reich des Bösen. Auf dem Weg vom Heldenplatz, wo ihre Busse parkten an diesem einen Tag des kollektiven Reiseglücks, kam ich in der Herrengasse vorbei und stolperte in eine Kunstbuchhandlung. Und in dieser Kunstbuchhandlung fiel ich in eine Postkartenkiste. Und in der Postkartenkiste taumelten meine Finger durch Picassos und Mirós und Botticellis und Ucellos, und mein Gehirn rauchte. Ich wollte ein Bild finden für das Gesehene. Und dann blieb die Welt, die sich eben für immer verändert hatte, endgültig stehen. In der kleinen braunen Postkartenkiste, zwischen Mona Lisas und Anna selbdritts, sah ich das schönste Bild der Welt. Nie zuvor hatte ich es gesehen. Und auf magische Weise verband sich meine Ergriffenheit über die Freiheitstränen der Ostler in ihren rußigen Bussen mit dem Bild hier, mit der billigen Postkarte eines fernen Porträts.

Die Dame mit dem Hermelin hieß das Bild. Und es war von Leonardo. Nie zuvor hatte ich es gesehen. Es war zu schön, um vom Daniel Düsentrieb aus da Vinci zu sein, es war tausende Male eleganter als die dicke Mona Lisa, stärker als jede seiner Kriegsmaschinen, magischer als seine abgründigen Bibeldarstellungen. Es war und es ist das schönste Bild der Welt. Museum Czartoryski, Krakau, sagte die Postkarte auf der Rückseite.

Und dann, ein paar Stunden, nachdem die Grenze aufgegangen war, hatten wir uns in den alten Mercedes meines Vaters gesetzt, Rainer Egger und ich, und waren in den Osten gefahren, ins Reich des Bösen. Es war November, regnerisch und neblig, und trotz ihrer ganzen Hässlichkeit war diese fremde Welt eine sehr romantische. Voller Menschen, die ungeahnte Sehnsüchte und seltsame Paradiese in ihren Herzen bargen. Und dann begannen wir, kleine Filme zu machen über die Begegnung der Welten, über das zaghafte Verschmelzen der Wirklichkeiten, besuchten Bratislawa und die kleinen Karpaten und die Ausläufer der Tatra.

Schreibe über ein Bild, sagte der Standard zwanzig Jahre später. Es gibt nur ein Bild, über das ich schreiben kann, sagte ich. Es ist das schönste Bild der Welt. Leonardos La dama con l'ermellino, die Dame mit dem Hermelin. Rainer anrufen, dachte ich dann, Rainer fragen, he Rainer, hier Andrea, du, Folgendes, lach jetzt nicht, mir ist der Nebel eingefallen, Krakau, unsere Reise, unsere Reise durch die Tatra, nach Krakau. Wann war das? Es kann nicht mehr 1989 gewesen sein, in Zakopane lag kein Schnee. Es muss später gewesen sein. Mir fällt der Regen ein, auf der breiten löchrigen Straße nach Nowa Huta. Und die Sonnenstrahlen, die den Regen verjagt hatten. Und dass es milder Regen gewesen war. "1990 Polen" googelte ich, und da stand es auch schon: "Am 9. Dezember 1990 gewann Lech Walesa die Präsidentschaftswahlen und wurde für fünf Jahre Präsident Polens."

Und jetzt fällt wieder der nächtliche Krakauer Nebel ein und das große Wahlplakat von Tadeusz Mazowiecki, dem Mann mit dem traurigsten Gesicht der Welt, dem Liberalinski, der damals gegen Lech Walesa um den Titel "König von Polen" ritterte. Am Rynek Glówny hatten sie das Plakat aufgespannt, am Hauptplatz, auf ein Fachwerk aus Gerüstrohren, gleich ums Eck von dem Hotel, in das ich mit Rainer eingecheckt hatte. Obwohl wir damals noch nicht "eingecheckt" gesagt hätten. Hotel Saski hieß das Hotel, und wir haben dort nicht eingecheckt, wir sind abgestiegen. Ausgestiegen. Aus dem dunkelblauen Mietwagen. Ja genau. So war das. Saski hieß der Kasten.

Und dann erinnerte ich mich an den ersten Abend in Krakau. Wie wir vom Hotelzimmer hinuntergesehen hatten, aus dem ersten Stock des Saski, und das sehr wichtige Wort Kino gelesen hatten. Wie wir uns fertig gemacht hatten, was 1990 bedeutet hatte, sich unter eine Ladung Eau de Cologne zu stellen und mit dem nassen Finger über die Zähne zu fahren. In die hohle Hand zu hauchen und sich eine Kippe anzustecken, um den Mund zu desinfizieren.

Taxi Blues hieß der Film, Taksi-Blyuz, mit Ka-Es, er spielte in Moskau, im Taksifahrermilieu, an einem nebeligen Abend sahen wir ihn, gleich unter unserem Hotelzimmer, am Tag vor der Hermelin. Taksi-Blyuz hatte bei uns eingeschlagen wie ein Blitz. Ich erinnere mich nicht mehr an die Handlung, gewiss, ein Taxi kam vor, eine Wolga-Schüssel, und diese Frau, diese herbe, starke Frau, diese Russin, die uns sprachlos gemacht hatte mit ihrer Kraft. Rainer und ich waren in dem Kino gesessen, mitten im nebeligen Krakau, auf abgegriffenem Plüsch, und hatten kein Wort verstanden. Aber wir hatten verstanden, dass es keine Zufälle gibt. Hinter uns, an der Rückwand des Kinos, war die ganze Zeit der Vorstellung Licht gewesen. Ein kleines Tischchen war dort gestanden, fahl beleuchtet von dem Licht, eine dicke Frau hatte dort gesessen und aus einem Manuskript vorgelesen. Was hatte sie vorgelesen? Die polnische Übersetzung des Films.

Schon das wäre den Besuch der Vorstellung wert gewesen, hatten wir uns damals gedacht, dieses melancholische Gefühl, das sich eingestellt hatte, als die dicke Polin sämtliche russischen Charaktere in ihr Mikro gehaucht hatte, hinten, auf einem kleinen Tischchen sitzend, ein Kauderwelsch über das andere setzend. Und dann hatte sich die Russin, die Freundin des Taksifahrers, die Rainer und mich sprachlos gemacht hatte mit ihrer Kraft, plötzlich materialisiert, war auf die Bühne gestiegen, begleitet von der dicken Polin, vom Übersetzerzerberus. Das Kino hatte geklatscht, gescheite Fragen gestellt, auf Polnisch, der Übersetzerzerberus hatte übersetzt, und Natalia Kolyakanova, die Taxi-Blues-Schöne hatte gestrahlt.

Das Unaussprechliche

Morgen würde das Unaussprechliche passieren. Wir würden die Dame mit dem Hermelin besuchen. Deswegen waren wir überhaupt nach Krakau gekommen. Wegen der zartfingrigen Schönheit mit dem elfenbeinernen Gesicht. Nur Leonardo konnte so etwas gemalt haben. Und es war nicht das Gesicht allein, das mich so fasziniert hatte, nicht die Zartheit ihres Körpers, das Kleid, der Schleier, die zarten Hände, die so stark waren und das unheimliche Raubtier bändigten, das kaltäugige Hermelin. Es war noch mehr in diesem Bild. Leonardos Dame hielt das Prinzip der Freiheit in Händen.

Ich erinnerte mich wieder, wie ich ihr verfallen war, der Mätresse, Lodovico Sforzas Puella. Auf einer Postkarte hatte ich sie zum ersten Mal gesehen. In einer Kunstbuchhandlung in Wien. Schräg gegenüber vom Filmmuseum und seinen Schätzen. Und die Welt hatte aufgehört, sich zu drehen. Die bewegten Bilder drüben, in der dunklen Kammer, hatten aufgehört, heilig zu sein. Weil dieses Bild hier ein ganzer Film war.

Es war schon eine seltsame Zeit gewesen, als der Eiserne Vorhang aufgegangen war, als der Nebel aus den Ritzen der Vergangenheit gequollen und sich wie milchiges Vergessen über den Osten gelegt hatte. In einer Nacht, so war es ins Rollen gekommen, das Hermelinsuchen, das Krakaufahren, hatte ich von einem Bazar geträumt, einfach so, ohne Anlass, ohne Auslöser, ohne Grund, von einer hohen Halle, düster gewölbt wie eine mittelalterliche Kirche, von Tüchern und Tuchballen, die darin feilgeboten wurden, in kleinen Seitengewölben, Läden gleich, von Kesseln und Karaffen, Schnitzwerk und Geschmeide. Und in diesem fernen und doch so nahen Traumraum war ich weitergestolpert, das Hermelin zu suchen, die Hermelinfrau, Ludovico Sforzas Geliebte. Bilder hingen in meinem Traum an der Wand, Landschaften und Porträts, Stillleben und Jagdstücke. Ein Korridor, eine Galerie, ein Heiligtum, eine Schechina. Und dann hatte sich der Raum verjüngt und mich ins Dvir gesogen, ins Allerheiligste, ins Sanctum Sanctorum, ins Kodesh Hakodashim. Und da war sie, Leonardos Geliebte, die Gallerani, die Dame mit dem Hermelin. Allein in diesem Raum, der mit blutrotem Samt ausgeschlagen war, wie der Stoff, der aus ihrem aufgeschlitzten Kleiderärmel quoll.

Und dann waren wir meinem Traum nachgereist, nach Krakau, und sind mit der Straßenbahn ins Czartoryski gefahren, den düsteren Kasten suchen, der nach Bohnerwachs roch und billigen Nikotinschwaden polnischer Zigaretten. Lächerliche Filzpantoffel hatten wir überstreifen müssen. Und es war alles wie in meinem Traum gewesen. Der Korridor, die Landschaften, die Porträts, die Stillleben, die Jagdstücke. Das Knarzen des Parketts, wenn wir mit unseren Filzkähnen durch die Salonfluchten rutschten. Und dann, von der Angst überschattet, es könnte alles anders sein, ganz anders, hatte sich, hinter den Landschaften, den Porträts, den Stillleben und Jagdstücken, tatsächlich ein Raum geöffnet, ganz wie ich ihn geträumt hatte. Dunkel, leise, leer. Ein wahrhaftiges Kodesh Hakodashim.

Und wie im Dvir in Salomons Tempel hatte ich es nicht gewagt, den Blick zu heben. Ich hatte mich still auf die Bank gesetzt, die in der Mitte des quadratischen Raums aufgestellt war. Die Augen geschlossen und gehofft aufzuwachen. Aber es war kein Traum gewesen, diesmal war ich tatsächlich bei Cecilia Gallerani.

Das Erste, was ich sah, nachdem ich es wagte, die Augen zu öffnen, war der dunkelrote Samt. Dann das damaszierte Gold des wuchtigen Rahmens. Und dann sah ich sie selbst, jenseits von Zeit und Raum, das Hermelin haltend, das sich böse und listig ihrem festen Griff zu entwinden suchte. Sie war noch schöner, noch unerreichbarer als in meinem Traum. Ich war allein mit diesem Bild, und mich schauderte. Ich fuhr mit Blicken das dünne schwarze Band entlang, das ihre Stirn in zwei Hälften schnitt.

Ich lächelte, als ich ihres Mundwinkels gewahr wurde, den sie leicht, unendlich leicht nach oben gezogen hatte, als würde sie wissen, das jetzt, im nebeligen Krakau des Jahres 1990, auf den Tag genau fünfhundert Jahre, nachdem sie Leonardo gemalt hatte, eine durchgeknallte Wienerin vor ihr sitzen und den Traum nicht von der Wirklichkeit würde unterscheiden können. Ich zählte die schwarzen Perlen, die ihren Hals umspannten, glitt am Flechtwerk ihres Zopfes entlang, verlor mich in ihrem flachgedrückten Busen und in dieser unfassbaren Hand, die das weiße Tier bändigte, das Gespenst der Freiheit. Und dann schossen Tränen in mein Gesicht.

Und ich wurde gewahr, dass ich nicht allein war auf der Bank. Rainer saß neben mir. Und die Russin. Die starke Russin aus dem Taksifilm. Auch sie hatten Tränen in den Augen. (Andrea Maria Dusl, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 17./18.10.2009)

Zur Person:
Andrea Maria Dusl, geb. 1961 in Wien, ist Regisseurin, Autorin und Zeichnerin. Sie betrieb zahlreiche Filmrecherchen in Osteuropa, u.a. für ihr Filmdebüt "Blue Moon" (2002). 2008 erschien von ihr der Roman "Boboville" (Residenz).

  • Ein Mensch im Bild

    Ja, was ist denn das? [14]

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  • Ein Engel im Bild

    Face the future! [3]

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  • Hinter dem Zaun [9]

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  • Am Rande des Streuobstgürtels [5]

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    TitelbildFinstere Tage. Dennoch das Gefühl, dass der Dialog mit ihm einfach weitergeht. Weil es eine Schande wäre, wenn etwas "abreißen" würde. Claus Philipp über Christoph Schlingensief

  • Ein Mann, kein Wort [1]

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  • "Sehr fesch, meine Herren" [8]

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  • Ein Mädchen namens Non [3]

    Auf mich zeigend sagte ich "Martina" , auf sie deutend "Non". Tarzan und Jane im digitalen Zeitalter

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    TitelbildJene Zeitungsseite, von der ich bis zum Vorjahr geglaubt habe, dass sie das erste Fotodokument über mich enthielte, vergilbt zusehends.

  • Aufgeklärt romantisch

    TitelbildMit 13 verliebte ich mich in eine Feministin. Meine Angebetete zählte zu diesem Zeitpunkt 222 Jahre und lag bereits 184 unter der Erde

  • Der Hausmeister im Urlaub [13]

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    TitelbildIm Juli vor sechs Jahren wurde der weltberühmte Dirigent Carlos Kleiber in Slowenien begraben, ganz ohne letzte Ehre des offiziellen Österreich. Franzobel über einen, der die Wiener nicht gebraucht hat.

  • Ein verzagter Zuchtmeister [24]

    TitelbildGustav Mahler (1860 bis1911) wurde nur 51 Jahre alt - Er hat einen Teil der Musikwelt niedergerissen und in den Ruinen Baustellen errichtet

  • Ein Mensch im Bild

    Das Erschreckende an Frau F. [375]

    Titelbild"Frau Fekter" , habe ich geschrieben, "man kann nicht verlangen, dass ich ein Schreiben an Sie mit der Floskel ,Sehr geehrte‘ beginne."

  • Ein Mensch im Bild

    Spiel im Hof [2]

    TitelbildEs ist alles ein Abenteuer, wenn ich einen Satz beginne, ich weiß nicht, wie er enden wird, und trotzdem wage ich es - Alois Hotschnig über den in Zagreb lebenden kroatischen Übersetzer Sead Muhamedagić

  • Held der Geschichte [2]

    TitelbildDer Schriftsteller Multatuli ist einer der berühmten Vergessenen - In den Niederlanden wird er dieses Jahr groß gefeiert und fast täglich zur Auferstehung gebracht

  • Schlaues Wasser mit Honig [4]

    TitelbildNa bumm, dachte ich mir. Der Mann gefällt mir. Ich werde ihn nicht mehr aus den Augen lassen. Doch das erwies sich als schwierig.

  • Konrad Paul Liessmann

    Wir beide treiben ein Spiel [128]

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  • Aus dem Rahmen [9]

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  • Fotos um mich herum [4]

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  • Schreiben als einziger Ausweg

    Titelbild"Nur was ich vergessen soll, vergesse ich nicht." 30 Jahre verbrachte Nelly Sachs, die Berliner Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin, im schwedischen Exil

  • Beim Kanzler, 1977 [26]

    TitelbildDer Kanzler ist sechsundsechzig, er mag die kritischen Jungen im Land, die ließen ihn wichtige Wahlen gewinnen. Der Redakteur ist siebenundzwanzig, hat einen Kassettenrekorder mit

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  • Fürchten müssen [3]

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  • Walter Kohl

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  • Bruno Pellandini

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  • Leopold Federmair

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  • Die kleine große Freiheit Nummer 7 [6]

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  • Das Gespenst der Freiheit [12]

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  • Die verschwundene Frau [35]

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  • Ein Mensch im Bild

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    TitelbildLass es sein, Alter! Peter Truschner über seinen Vater

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    TitelbildSie kam 1937 nach Buenos Aires - Heute noch weiß sie, was sie anhatte, als sie vom Schiff herunterstieg

  • Die verbrauchte Frau [1]

    TitelbildArno Geiger über die Österreicherin Ida Palme, die in den 30er-Jahren nach London emigrierte

  • Stillleben - eine Klärung [4]

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  • Das dritte Ohr [8]

    TitelbildDer Autor Tex Rubinowitz über einen Freund von früher: Mario Neugebauer

  • Weltgewandt, unbekannt [2]

    TitelbildWalter Kappacher über Alexander von Villers

  • Und das heißt Mädchen sein [7]

    Dine Petrik über die burgenländische Schriftstellerin Hertha Kräftner

  • Ein Galizianer wird Amerikaner [6]

    TitelbildMartin Pollack über Henryk Schendera aus Bóbrek in Galizien, der in die USA immigrierte

  • Momente, nah am Traum [2]

    TitelbildThomas Stangl über das "Bildnis eines jungen Mädchens"

  • Die Steine im Bauch des Elefanten [9]

    TitelbildDer Schriftsteller Josef Haslinger beschreibt seinen Kollegen Ilija Trojanow als "Abenteurer der Spiritualität"

  • Byzantinische Madonna

    TitelbildAnna Mitgutsch über die eigenwillige und unangepasste Bostoner Kunstmäzenin Isabella Stewart Gardner

  • Zauberer in der Krise [2]

    TitelbildSteffen Kopetzky über den legendären Eskapisten Harry Houdini

  • Im Zeichen des roten Sterns [3]

    TitelbildWalter Famler über die lächelnde Ikone des Weltraumzeitalters, Juri Gagarins

  • Ein Lächeln im Gesicht [18]

    TitelbildÜber eine junge Frau am Umschlag eines Fotobandes des italienischen Fotografen Luciano Ferrara - Von Clemens Berger

  • Der feuerrote Drache [4]

    TitelbildAdolf Holl über den kalabrischen Abt Joachim von Fiori, der bereits zu Lebzeiten genoss er ein hohes Ansehen als Zukunftsdeuter genoss

  • Donauwasserleiche [15]

    TitelbildKurt Palm über Adalbert Stifter und seine Ziehtochter und Haushaltshilfe Juliana Mohaupt

  • Fragmente - für Lucian [4]

    TitelbildDer Schriftsteller Peter Rosei über seinen Sohn Lucian

Kommentar posten
12 Postings
zweyenstein
 
20.12.2009 18:08
anderortens

wünscht sich die dusl den schweigenden, entmündigten leser. soll sein.

ich denke allerdings, leonardo wäre es auch lieber gewesen, hätte die dusl geschwiegen. selten so einen murx gelesen.

Herr Hollde
19.10.2009 20:05

Über viele Schwächen dieses Textes kann man hinwegsehen, einen klitzekleinen Dass-Fehler inbegriffen, der zweimal, auch beim Bildtext, vorkommt. Der aberwitzige "Daniel Düsentrieb aus [sic!] da Vinci" ist aber eine Spur zuviel des Guten, finde ich. Entweder Frau Dusl fehlte hier der Dusel, oder sie war gar bed...

zweyenstein
 
19.10.2009 14:49

ich weiß nicht. das erscheint mir alles sehr beliebig. schlecht geschrieben ist es nicht, wobei die billigen rauchschwaden gleich am anfang auch nicht gerade ein meisterstück sind. ("billige rauchschwaden": gibt es auch teure rauchschwaden? wo kann man diese "billigen rauschwaden" käuflich erwerben? - es gibt billigen fusel und billige tschik, aber schwaden? da scheint mir die dusl ein wenig unreflektiert drauflosschwadroniert zu haben.)

ja, beliebig. wieso beim hermelin das bunuelsche "gespenst der freiheit" als assoziation bemüht werden muss, mag sich mir so nicht recht zu erschließen. sicher es klingt gut und jeder text kann damit aufgemotzt werden, aber hier? das hermelin steht für reinheit...

zweyenstein
 
19.10.2009 15:33

...und das tragen war den zaren, kaisern und sonstigen hocharistokraten vorbehalten. durchaus vorstellbar, dass päpste ihren hirtenstab mit hermelin wärmten, was weiß ich.

mit freiheit hat das hermelin soviel zu tun wie der ärmelkanal mit einem pullover. den reisebericht daher mit einem gespenst der freiheit bedeutungsschwanger machen zu wollen, ich weiß nicht recht. sicher surreal und gedankenstrom der fließen soll, und so halt. aber auch die surreallisten hatten ihre grundsätze.

die sache mit den externen bedeutungsträgern, das ist so eine sache. allzu plump sollten sie in einen text nicht eingeschleust werden.

freiheit ist allenfalls als idee rein. aber wer steht es sich heute noch auf platon und kant?

zweyenstein
 
19.10.2009 15:53

ja, aber....ja, aber.

es hätte nicht das gespenst der freiheit sein müssen. es hätte auch etwas anderes aus dem ladenhut gezogen werden können:

"ich nahm cecilia galleranidas hermelin vom plattgedrückten busen, die daraufhin meinte, dass das nicht so ginge, ich hätte ihr gefälligst den busen wieder aufzubügeln, die freiheit dies zu verlangen stünde ihr zu, wenn schon das hermelin so gespenstisch aus dem rahmen genommen werde, was da mit der übrigen handlung sei und überhaupt.

ich nickte rainer zu. wir drückten der taxifahrerin noch eine träne aus dem aufgeschnitten auge, sattelten den andalusischen hund und ritten wieder nach wien."

beliebig halt.

Bug Me Not!
19.10.2009 01:01
taxi blues

ähm.. taksi blyuz werd ich mir mal ansehen, und vielleicht auch blue moon im anschluss, die starken frauencharaktere mir anschauen.

und vielleicht sollte mann auch mehr dusl lesen, nach dem schönen text habe ich einen augenblick lang gar an boboville gedacht. - schon überwunden, dieser text hier ist trotzdem gut, seltsam schön.

wakeup
18.10.2009 09:31
Dusel

schreibt seltsam schön.
Wenn wir die Dinge absichtslos betrachten, tut sich ihre Seele auf: die Schönheit.

gastrosoph
18.10.2009 08:22
Von Freiheit

hat die Dame keine Ahnung und präsentiert sich als Konkurrentin von Rosamunde Pilcher. Merkwürdige Zeiten beim Standard.

cheap thrills
18.10.2009 18:38
vom genuss

haben auch manche keine ahnung, die als gastritische konkurrenten von brillat-savarin im standard in mancherlei form unterwegs sind. also was soll's.

ein seltsames, wenig bekanntes & interessantes bild ist das allemal, und die gründe, warum es so wenig bekannt ist, werden aus der dusl-prosa ein stück deutlicher. die wiederum kommt dem jahr 1989 und den folgen ganz schön nahe, näher als vieles, das dieser tage konventionell abgepackt dazu zu lesen war.

KTHXBYE
17.10.2009 23:05

Dusl bürgt für Gefühlsduselei.

Simplicius Simplicissimus
16.10.2009 17:25
Lernen Sie ...

... endlich zeichnen ...

das guckerl
19.10.2009 14:54
lernen Sie. . . .

Sie scheinen die Zeichnungen und Karikaturen von Andrea Dusl nicht zu kennen . . .
Sie haben was versäumt !!!!!!!

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