Geringer Nutzen von Opiaten bei Arthrose

17. Oktober 2009, 15:19
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Schweizer Studie stellte häufig Komplikationen fest

Bern - Menschen mit schwerer Arthrose sollten sehr zurückhaltend mit Opiaten behandelt werden. Der Nutzen dieser Schmerzmittel ist gering, das Risiko für Nebenwirkungen dagegen umso höher, wie eine Schweizer Studie zeigt.

Arthrose-Patienten mit starken Schmerzen etwa an Knie oder Hüfte erhalten manchmal Opiate, wenn die üblichen Medikamente nicht ausreichen. Den Nutzen der Stoffe Morphin, Kodein, Fentanyl, Oxycodon und Oxymorphon untersuchten Mediziner der Universität Bern an zehn klinischen Studien mit insgesamt knapp 2.300 Patienten. Resultat: Die Opiate besserten Schmerzen und die Beweglichkeit der Gelenke nur leicht. "Die Wirksamkeit war überraschend klein", sagt die Präventivmedizinerin Eveline Nüesch.

Umso häufiger kam es zu Komplikationen: Patienten, die Opiate erhielten, brachen die Therapie wegen Nebenwirkungen etwa vier Mal häufiger ab als jene, die ein Scheinmedikament nahmen. Zudem ist bisher nur wenig bekannt über das Suchtpotenzial der Opiate für Arthrose-Patienten. Diese müssten oft über einen langen Zeitraum behandelt werden, mahnen die Forscher in der "Cochrane Database of Systematic Reviews". (APA/AP/red)

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