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Das Cover zu "Gier".
Auf dem Cover der ersten Ausgabe klebt ein Dollarschein, passend zu Titel und Ambition: Gier nennen die Fleisch-Macher um Markus Huber ihr neues Wirtschaftsmagazin. Zielgruppe: Kreativbranche von Architekt bis Werber, die bisher dachten, „Wirtschaft ist was für Anzugträger", sagt Huber. Die Krise erwischte viele kalt, lehrte sie, "möglichst schnell ihren Schnitt zu machen" und vorzusorgen. Als Berater dabei: Stefan Janny, früher profil-Chefredakteur. Vorerst ein Probeballon, zur neuen und zur nächsten Fleisch-Ausgabe gepackt. Dann soll das Heft vier- bis sechsmal pro Jahr erscheinen, statt 52 mit 100, 120 Seiten.
Gierfonds, Benefick-Aktion, fiese Typen und dicke Brieftasche
"Gier" schildert - an die 1980-er gemahnend flirrend üppig und dicht illustriert - zum Beispiel, wie eine Börseblase entsteht, ruft einen eigenen "Gierfonds" ins Leben ("ethisches Investment war gestern"), an dem die Leser Anteile erwerben sollen (investiert in Gentechnik, Immobilien, Sicherheit, Lithium, Öl, Nahrungsmittel). Erklärt den (laut "Slate") "besten Wirtschaftsindikator" ("Baltic Dry"). Fragt einen Broker, wie man nach der Krise "schnelle Tausender" macht. Schildert eine "Benefick-Aktion" (Amateurpornos auf www.fuckforforest.com; Zwei skandinavische Aktivisten verlangen 11 Euro fürs Zuschauen, die dem Regenwald helfen sollen. Das Heft dankt Gaddafi, Russen, Chinesen, "dass sie uns in der Krise aus der Patsche helfen" - "die fiesesten Typen haben einfach die dicksten Brieftaschen".
Dazu Langfrist-Kursdaten der ehemaligen Meinl European Land, Lehren für den Kapitalismus aus dem guten alten Brettspiel DKT. "Dr Gier" gibt Antworten - etwa Marlene Streeruwitz, die wissen will: "Wie geilen sich Banker auf?". Oder Andrea Maria Dusl ("Wie mache ich mit giftigen Papieren Gewinn?"). Oder Robert Palfrader ("Wie oft müssen wir noch für die Amis büßen?"). Tipps für Verhandlungen über Vertrag oder höheres Gehalt. Ein Porträt der Cayenne Islands, denen die Betreiber ihrer Briefkastenfirmen wegbrechen. Und, ja, auch noch ein "Gier-Comic". Noch Fragen?
Startauflage laut Huber: 12.000 Hefte. Macht 12.000 Dollar. (fid)
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wie sich dieses produkt finanzieren soll.
halte es grundsätzlich für bedenklich, wenn sich ein medium selbst nicht ernst nimmt, obwohl die idee an sich ja ganz lustig ist. ein sonderheft zu datum...von mir aus, aber als eigenständiges produkt wird es wohl kaum 2011 erleben. wer soll darin werben? die breite masse (und selbst die mehrzahl der werbebranche) hat schlicht keine Zeit, sich mit den reflexionen einiger selbsternannter kreativer auseinanderzusetzen. ein geldgrab erster güte, hoffentlich macht´s wenigstens spaß....
und war schon bisher für, hie und da, ein bisschen viel leid in den allen formen verantwortlich.
diese inflation vergrasserter denkmuster von c-klasse-trendsettern wundert mich schon etwas.
wie lernresistent ist die menschheit eigentlich?
ergo: der heftltitel (und wahrscheinlich auch das innere) ist einfach nur stoffwechselprodukt.
dass auf den "Cayenne Islands" wohl nur der Pfeffer wächst, wohl aber die "Cayman Islands" gemeint sind: Überspannte Idee von ein paar Supertopchecker-Bobos, die Zynismus mit Kreativität verwechseln. Die Idee trägt dann auch nur für das Befüllen von drei, vier Ausgaben. Höchstens. Aber wahrscheinlich täusche ich mich ja.
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