Rapid mit Payer gegen Sturm

16. Oktober 2009, 14:44
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Rapid-Goalie war fraglich, ließ aber über Twitter wissen, dass er spielen kann - Foda rechnet mit offensiv geführter Partie - Pacult hat ein Luxusproblem

Graz - Der Schlager ist seit Anfang der Woche ausverkauft. Viel steht auf dem Spiel - sowohl für Sturm Graz als auch für Rapid Wien. Beide wollen bei einem Spiel weniger Boden auf Fußball-Meister Red Bull Salzburg gutmachen. Die Salzburger treten bereits am Samstag beim Tabellenzweiten Austria in Wien an. Vor 15.300 Zuschauern wollen die Grazer ausgerechnet gegen den Rekordmeister ihren ersten Heimsieg nach drei erfolglosen Versuchen einfahren.

Foda erwartet Offensivspektakel

Vor der Ligapause war Sturm zu Hause nicht über ein torloses Remis gegen Kapfenberg hinausgekommen, hat im ersten Saisonduell mit den Hütteldorfern - das Nachtragsspiel der ersten Runde findet am 25. November statt - etwas gutzumachen. Unter Druck sieht Trainer Franco Foda sein Team aber nicht. "Wir haben in der Pause gut trainiert", versicherte der Sturm-Coach, der ein offensiv geführtes Spiel erwartet. "Gegen Rapid sind die Zuschauer immer auf ihre Kosten gekommen. Das wird auch diesmal so sein."

Eine zusätzliche Option für die Offensive ist Routinier Mario Haas, der sich nach einer Wadenverletzung fitgemeldet hat. Dazu steht auch Andreas Hölzl, der dem Nationalteam für die Spiele gegen Litauen (2:1) und in Frankreich (1:3) hatte absagen müssen, vor einem möglichen Comeback. Fixausfälle sind nur der Langzeitverletzte Mario Kienzl sowie der am Oberschenkel blessierte Fabian Lamotte.

Pacult: "Nicht so, dass Sturm zu Hause nicht zu schlagen wäre"

Während Sturm schon seit drei Heimspielen erfolglos einem vollen Erfolg nachläuft, ist Rapid bereits seit acht Runden ungeschlagen und mit zuletzt drei Siegen in Folge auf den dritten Tabellenplatz geklettert. In dieser Tonart soll es laut Trainer Peter Pacult auch nach der Länderspielpause weitergehen. "Es ist nicht so, dass Sturm zu Hause nicht zu schlagen wäre", versicherte Pacult.

In Graz hat Rapid allerdings seit 2. März 2008 (2:0) nicht mehr gewonnen. Zudem haben die Grazer von den vergangenen 25 Heimspielen nur deren zwei verloren und 15 gewonnen. "Es gibt wenige Spiele, in denen Rapid nicht Favorit ist", meinte Pacult. "In diesem Fall ist es so. Sturm hat ein Heimspiel vor einem tollen Publikum. Wir werden aber versuchen, unsere Möglichkeiten auszuspielen."

Personell hat Pacult ein Luxusproblem - er muss, weil mit Ausnahme von Verteidiger Hannes Eder (Fußentzündung) und Helge Payer (eingeklemmter Nerv im Nackenbereich) alle Spieler fit sind, einen der sieben Legionäre auf die Tribüne setzen. Um am Österreicher-Topf partizipieren zu können, sind nur sechs Legionäre auf dem Spielbericht erlaubt. Wegen der kurzfristigen Verpflichtung von Hamdi Salihi als Ersatz für Stefan Maierhofer Ende August haben die Hütteldorfer einen Legionär zuviel im Kader.

"Diese Situation hat mir von Anfang an nicht geschmeckt", betonte Pacult. Nach dem Abgang von Maierhofer habe man aber reagieren müssen. Verteidiger Milan Jovanovic ist wieder fit, sein Landsmann Branko Boskovic stand im Mittelfeld zuletzt ebenfalls nicht in der Startformation - einen der beiden Montenegriner dürfte es erwischen. "Es ist schade, denn der Trainer ist der, auf den er böse sein wird", sagte Pacult vor dem Gastspiel in Graz.

Er habe versucht, sein Team darauf einzuschwören, dass der Kampf ums Leiberl und einen Platz im Kader ein positiver ist. "Ich habe mit der Mannschaft gesprochen. Wir sind in der glücklichen Lage, derzeit fast alle Spieler zur Verfügung zu haben", erklärte Pacult. "Dadurch wird es zu Härtefällen kommen." Der positiven Stimmung beim Rekordmeister soll es keinen Abbruch tun. 

Payer in Behandlung

Der Einsatz von Teamtorhüter Helge Payer war vor dem Bundesliga-Schlager fraglich. Dem 30-Jährigen bereitete ein Nerv im Nackenbereich Probleme, der sich unter Belastung immer wieder einklemmt. Payer war daher bereits im Länderspiel am Mittwoch in Frankreich (1:3) zur Pause ausgetauscht worden, durfte auch am Freitag noch nicht trainieren. Payer spürt den Nerv, der Schwindelgefühl auslösen kann, bereits seit einigen Wochen, ist bei einem Osteopathen in Behandlung.

Über Twitter ließ der Rapid-Goalie seine Fans am Samstagabend wissen, dass er spielen können wird. (APA/red)

Sonntag:

SK Puntigamer Sturm Graz - SK Rapid Wien (UPC-Arena, 15:30 Uhr/live ORF1 und Sky Sport Austria, SR Schörgenhofer). Ergebnisse 2008/09: 3:1 (h), 1:2 (a), 2:2 (h), 1:0 (a). Bisher keine Ergebnisse 2009/10.

Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner, Kandelaki - Hölzl/Beichler, M. Weber, Hlinka, Jantscher - Muratovic, Beichler/Haas
Ersatz: Lukse - Feldhofer, Prettenthaler, Bukva, S. Foda, Hassler, Lavric, Tauschmann
Es fehlen: Lamotte (Oberschenkelverletzung), Kienzl (Kreuzbandriss)
Fraglich: Hölzl (nach Knöchelverletzung), Haas (nach Wadenverletzung wieder im Mannschaftstraining)

Rapid: Payer - Dober, Soma, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Pehlivan, Kavlak - Jelavic, Salihi
Ersatz: Hedl - Kulovits, Thonhofer, Trimmel, Drazan, Konrad, Jovanovic oder Boskovic
Es fehlen: Eder (Fußentzündung im Fersenbereich), Jovanovic oder Boskovic (wegen Ausländer-Beschränkung)
Fraglich: Payer (eingeklemmter Nerv im Nackenbereich)

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