Euro-Lastschrift startet am 2. November

16. Oktober 2009, 14:03
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Im einheitlichen Euro-Zahlungsraum, genannt "Sepa", ist künftig auch grenzüberschreitend die Ausübung des Widerrufsrechts möglich

Innerhalb Europas können die Bürger bereits einheitlich bargeldlos bezahlen und überweisen. Ab 2. November kommt eine Neuerung hinzu: die grenzüberschreitende Lastschrift. Wer regelmäßig Miete für eine Wohnung auf Mallorca zahlt oder seinem studierenden Nachwuchs in Italien Geld schickt, kann die Beträge künftig bequem von seinem Girokonto abbuchen lassen. Ein Extra-Auslandskonto, womöglich kostenpflichtig, ist nicht mehr nötig. Von dem neuen Verfahren werden vor allem Firmen im Euro-Raum profitieren.

"Die Sepa-Lastschrift ist für alle nur von Vorteil und nicht mit Kosten verbunden", erklärt Heike Nicodemus, Finanzexpertin von Stiftung Warentest. Die Abkürzung Sepa steht für "Single Euro Payments Area", also für den einheitlichen Zahlungsverkehr zwischen den 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Start mit November

Über 2.600 europäische Geldinstitute werden die grenzüberschreitende Lastschrift ab November anbieten. Spätestens ab November 2010 ist die Übergangsfrist vorbei. In einem Jahr müssen alle Geldhäuser, die Zahlungsverkehrsleistungen anbieten, obligatorisch am europäischen Sepa-Lastschriftverfahren teilnehmen. Dann werden allen Bürgern europaweit die gleichen Zahlungsmöglichkeiten offenstehen, die sie schon seit Jahren im Inland gewohnt sind.

Wichtig: Auch europäische Sepa-Abbuchungen sind wieder rückholbar, sollte der Kunde mit der Zahlung nicht einverstanden sein. Verbraucher haben bis zu acht Wochen nach dem Geldeinzug Zeit, ohne Angaben von Gründen Widerspruch gegen die Lastschrift einzulegen und die Rückerstattung zu verlangen.

Fortschritte

Schon im Vorjahr wurde die Euro-Überweisung eingeführt. Dafür bekamen die Kunden eine 22-stellige internationale Kontonummer (Iban) sowie den meist 8-stelligen Bankcode (Bic). Beide stehen seither auf dem Kontoauszug. Das Geld ist in der Regel innerhalb von drei Tagen beim Empfänger. Inzwischen wickeln über 4.300 Kreditinstitute im Euro-Raum rund 210 Millionen Sepa-Zahlungstransaktionen pro Arbeitstag ab, davon über 90 Prozent Überweisungen.

Im Ausbau ist zudem, dass mit jeder Bankkarte an jedem Geldautomaten abgehoben und an jedem Händlerterminal bezahlt werden kann. Bei den Lastschriftverfahren der einzelnen Sepa-Länder gab es große Unterschiede. Deshalb startet das Abbuchungsverfahren erst jetzt zum 2. November 2009. (APA)

Link

Informationen zu Sepa auf der Website der OeNB

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