Nach 20 Jahren USA

Heinisch übernimmt Salzburger Politikwissenschaft

16. Oktober 2009, 15:45

"Großzügiges Angebot mit viel Gestaltungsmöglichkeiten" lockte zurück - War seit 1995 Professor an University of Pittsburgh

Wien/Salzburg - Der Allgemeinheit ist er durch seine Analysen der US-Innenpolitik bekannt, in der Wissenschaftsszene war er einer der prominentesten österreichischen Forscher in den USA. Nun ist der Politikwissenschafter Reinhard Heinisch nach mehr als 20 Jahren akademischer Karriere in den Vereinigten Staaten wieder nach Österreich zurückgekehrt. Der 46-Jährige, der seit 1995 Professor an der University of Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) war, hat mit Beginn des neuen Studienjahres eine Professur sowie die Leitung der Abteilung Politikwissenschaft an der Universität Salzburg übernommen.

"Es war nicht geplant, ich hatte auch keinen großen Rückkehrwunsch mehr", betonte Heinisch im Gespräch mit der APA. Allerdings habe er durch die Kontakte mit dem Verein ASCINA (Austrian Scientists and Scholars in North America) und dem österreichischen Vernetzungs-Programm "Brainpower" in den vergangenen Jahren wieder verstärkt Kontakt mit Österreich gehabt und zum Nachdenken begonnen. Überzeugt hat ihn schließlich "ein sehr großzügiges Angebot des Salzburger Rektors, mit sehr viel Gestaltungsmöglichkeiten".

Dazu gekommen sind auch mangelnde Karrieremöglichkeiten in den USA: "Wenn man hier einmal Full-Professor ist, ist man kaum noch vermittelbar." Er sei auf einer durchaus "sehr angenehmen Stelle" gesessen, durch den "Tenure" sicher und zu 100 Prozent von der Uni bezahlt, "aber ich wusste auch, das geht 20 Jahre so weiter". Zudem würden die administrativen Aufgaben zunehmen, man widme sich eher der Systemerhaltung.

Dagegen sei die Professur in Salzburg eine interessant, spannende neue Aufgabe. Die Stelle - es ging um die Nachfolge "Österreichische Politik" - sei auf Basis des Konzepts Heinischs umdefiniert worden in "Österreich im internationalen Vergleich". Es gehe dabei um eine Art Außensicht auf Österreich, "und das ist spannend, weil es das bisher in Österreich in dieser Form nicht gibt", so Heinisch. Ziel sei, sich "Österreich von außen anzunähern und es als unbekanntes Wesen, als Exotikum, zu sehen und zu beforschen". Der Fokus liege dabei auf Wirtschaftspolitik und Rechtspopulismus.

US-Unis können sich Rolle aussuchen

Natürlich hatte Heinisch Bedenken ob seines Wechsels von einer großen zu einer kleineren Uni. "Es geht aber nicht so sehr ums Ranking der Uni, sondern um die Frage, wie kann ich selber forschen." Zu seinen Forschungsthemen Mitteleuropa und Österreich im internationalen Vergleich sei es in den USA oft schwieriger zu arbeiten als in Österreich. Zudem habe es in Salzburg "großzügige Dotationen, etwa was den Ankauf großer Datenbanken betrifft, gegeben". Und man versuche, durch Technologie "einiges auszugleichen", etwa durch die Installation eines Satellitensystems, um die maßgeblichen US-Nachrichten verfolgen zu können.

Kulturschock hat Heinisch noch keinen erlebt, auch wenn die ersten Kontakte "ein wenig gewöhnungsbedürftig" gewesen seien. Die Berufungsverhandlungen seien aber "erstaunlich einfach und angenehm" abgelaufen. Das österreichische Uni-System habe sich seit seinem Weggang gewaltig verändert, mittelgroße Unis wie Salzburg hätten aber das Problem, sich mehreren Aufgaben gleichzeitig widmen zu müssen. "Sie müssen regionale Uni sein, sie wollen auch international mithalten, müssen Forschung machen - es ist immer schwierig, wenn man all das gut machen muss". Da hätten es die US-Unis einfacher, die sich ihre Rolle aussuchen und sich entsprechend orientieren könnten. "Langfristig wird es auch hier eine Spezialisierung geben müssen, meinte der Politikwissenschafter.

Heinisch, geboren am 23. Februar 1963 in Klagenfurt, absolvierte sein Politikwissenschaftsstudium an der Uni Wien, ging 1986 mit einem Fulbright-Stipendium in die USA und machte dort seither seine akademische Karriere. 1987 absolvierte er an der Virginia Tech seinen Master und 1994 an der Michigan State University sein PhD. Er wechselte anschließend an die University of Pittsburgh, wo er seit 1995 Professor für Politikwissenschaften und Direktor für Internationale Studien ist. (APA)

rorschach
00
20.10.2009, 11:18
uiuiui die haben keine kosten gescheut und sogar

ein "Satellitensystems" installiert "um die maßgeblichen US-Nachrichten verfolgen zu können" .... Wie haben sie das blos gemacht? Österreichische Satelliten über der USA in Stellung gebracht? Haben sie die mit einem Katapult da rauf geschleudert? Man kann ja nie wissen wann der US-Amerikaner so über uns berichtet - kaum schaut man nicht hin schon gibts nen 3 sekunden beitrag über .... ? .... na na den See mit dem Nazigold drinnen? das wenigstens das wird doch eine meldung wert sein in den USA? Oder müssen wir erst wieder einen SA-Offizier der "nur seine Pflicht getan hat" zum Staatsoberhaupt wählen - kein Problem in dem Land ist das jederzeit wieder möglich .... bzw. erst der Grund warum er gewählt wird ...

solylluvia
20
28.10.2009, 12:44

toll, wieder ein mann.

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
00
19.10.2009, 04:59

das interessante an der sache ist, dass man ihm entgegengekommen ist. ich halte es fuer eine vernuenftige strategie, wenn man sagt "wen koennen wir gewinnen und wie". man hat das programm an den kopf angepasst und nicht fuer ein bestehendes programm versucht, den besten kopf zu finden (was auch legitim ist). solche rueckkehrprogramme werden sich noch als sehr sinnvoll erweisen.

na habedere
01
18.10.2009, 09:52
österreichische Karriere

Solange man jung ist und die Gefahr besteht, dass man noch neue Ideen hat, wird man vertrieben. Als Altstar wird man dann mit teuren Steuergeldern zurückgekauft.

Wenn wir dem wissenschaftlichen Nachwuchs schon in Österreich Perspektiven und Chancen geben würden, würden wir uns viel Geld ersparen ...

Aber nein, das mittelalterliche System der Professorenkaiser muss ja erhalten bleiben.

Radio Eriwan
01
16.10.2009, 20:28
Man müsste ihn einmal fragen,

ob er immer noch an die Massenvernichtungswaffen im Irak glaubt.

Scamandrio
00
17.10.2009, 08:50

Hat er das behauptet?

Radio Eriwan
01
18.10.2009, 10:59
Die Achse des Bösen

"Der 11. September beweist den Amerikanern auch, dass es den Attentätern um maximale Vernichtung und möglichst hohe Opferzahlen geht. Daher fürchten die USA, dass Terroristen nichts unversucht lassen werden, um an Massenvernichtungswaffen heranzukommen. Um jedoch solche chemischen, biologischen und vor allem nuklearen Mittel zu wirksamen Waffen verarbeiten zu können (weaponization), bedarf es mehr als einer Hinterhofgarage irgendwo im Nahen Osten. Dazu braucht es die Unterstützung eines Staates, der politisch skrupellos genug ist und über die entsprechende Logistik und Ausrüstung verfügt - da kommen zur Zeit drei Länder in Frage: Irak, Iran und Nordkorea." (Zit. Wiener Zeitung)

BearJew
00
22.11.2009, 16:34

und wo steht da jetzt, dass er glaubt, dass im irak massenvernichtungswaffen gewesen wären?

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