Karausche ist Fisch des Jahres 2010

16. Oktober 2009, 13:36
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Schadstoffbelastungen sowie Ufer- und Querverbauungen als Gründe für den starken Bestandsrückgang

Offenbach - Die Karausche ist der Fisch des Jahres 2010. Mit der Wahl wollen Fischereiverbände aus Deutschland und Österreich einen "wenig bekannten, aber dennoch interessanten Fisch" der Öffentlichkeit vorstellen, wie der Verband Deutscher Sportfischer am Freitag in Offenbach mitteilte. Zudem soll darauf hingewiesen werden, dass die zur Familie der Karpfenfische gehörende Karausche durch Gefährdung und Verlust ihrer Lebensräume in den heimischen Gewässern immer seltener wird. Gründe für den starken Bestandsrückgang seien Schadstoffbelastungen sowie Ufer- und Querverbauungen.

Anpassungsfähigkeit

Die Karausche (Carassius carassius) ist den Angaben nach eine "äußerst genügsame und robuste Fischart". Am liebsten lebt sie in kleinen, pflanzenreichen, stehenden Gewässern, kann aber auch in Flüssen mit geringer Strömung und im Brackwasser vorkommen. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit ist sie sogar in kleinsten, sauerstoffarmen und verschlammten Dorftümpeln zu finden. Trocknet das Gewässer aus, kann sich die Karausche im Schlamm vergraben und so einige Tage überleben. Bis zu fünf Tage kann sie ohne Sauerstoff auskommen. Sie gelte deshalb im Tierreich als "Meister des Luftanhaltens".

Im Winter verfällt die Karausche den Angaben nach, eingegraben im Schlamm, in eine Art Winterstarre und kann sogar vom Eis eingeschlossen überleben. Optisch ist die von grau über grünlich bis messinggelb gefärbte Karausche mit ihrem gedrungenen Körper leicht mit einem jungen Karpfen zu verwechseln, hat aber keine Barteln. Im Mittel wird sie 20 bis 35 Zentimeter groß, es kommen jedoch auch Längen von 50 Zentimetern und ein Gewicht von mehr als drei Kilogramm vor. Die Karausche ist in fast ganz Europa verbreitet, sie fehlt nur in Spanien, Mittel- und Süditalien sowie Nordfinnland. (APA)

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