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Touristiker fordern die die Öffnung der Akdamar-Inselkirche auf dem Van-See.


Antalya - Die Hoffnung auf eine Öffnung der armenisch-türkischen Grenze in absehbarer Zeit nach der Unterzeichnung eines entsprechenden bilateralen Protokolls hat nun auch die Touristiker auf den Plan gerufen. Was Menschenrechtler und Politiker aus dem Ausland schon seit Jahren fordern, wollen nun auch sie: die Öffnung der bekannten Akdamar-Inselkirche auf dem Van-See in der Südosttürkei. Der regionale Fremdenverkehrsverband TÜRSAB erhofft sich davon einen regen religiösen Tourismus.
Christen pochen schon seit Jahren darauf, die historische Kirche, ein Wahrzeichen der vergangenen armenischen Kultur, wieder für den religiösen Kult zu öffnen. Die türkischen Behörden haben dies verboten, einschließlich der Anbringung eines Kreuzes auf dem Kirchturm. Der regionale TÜRSAB-Direktor Abdullah Tuncdemir erklärte am Tag nach der Unterzeichnung der Züricher Protokolle durch die Außenminister der beiden Nachbarstaaten in der türkischen Presse, eine Wiederöffnung der Akdamar-Kirche für Gottesdienste würde nicht nur "eine Brücke der Freundschaft" zwischen beiden Völkern schlagen, sondern Tausende Armenier und andere Christen zu Pilgerfahrten in die Region anregen.
Seine Sondierungen bei Tourveranstaltern in Armenien ließen eine starke Nachfrage erwarten, meinte Tuncdemir gegenüber der "Hürriyet Daily News". Es herrsche großes Interesse an Besuchen in diesem Gebiet mit seinen armenischen Bauwerken, wobei die Akdamar-Kiche der Hauptanziehungspunkt wäre. Das erste, was geschehen müsse, sei die Errichtung eines Kreuzes auf dem Kirchturm, forderte der TÜRSAB-Direktor. Das Gebiet war weithin von Armeniern besiedelt, bis es gegen Ende des Ottomanen-Reiches zu den organisierten Massakern kam - die von den Türken als Unruhen, von den Armeniern als Genozid gewertet werden.
Ein für viele nicht nachvollziehbarer Rückschritt - vom Standpunkt der Religionsfreiheit wie des Fremdenverkehrs - ist unterdessen bei der Paulus-Kirche in Tarsus zu verzeichnen. Nach dem Ende des Paulus-Jahres 2009 hat das Gotteshaus, das als Geburtsstätte des Völkerapostels gilt, wieder den Status eines Museums, Messen dürfen nur ausnahmsweise abgehalten werden, Ansuchen müssen Tage voraus an die türkischen Behörden gestellt werden.
Diese Praxis reflektiere "die fehlende Anerkennung des Rechts auf Religions- und Kultfreiheit", zitierte der "Informationsdienst Christlicher Orient" (ICO) den Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz Luigi Padovese, der die restriktive Regelung vor allem angesichts der EU-Ambitionen Ankaras bedauerte. 1943 war die Kirche in Tarsus vom türkischen Staat beschlagnahmt worden. Im Paulus-Jahr besuchten laut ICO mehr als 400 Pilgergruppen aus 30 Nationen die Geburtsstätte des Völkerapostels. (APA
Informationen:
TÜRSAB
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