Cluster-Kopfschmerzen im Herbst häufiger

16. Oktober 2009, 10:32
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Sauerstoff-Inhalation kann im Akutfall helfen - Herkömmliche Schmerzmedikamente wenig effektiv

Frankfurt/Main - Cluster-Kopfschmerzen treten im Herbst besonders häufig auf. Die Beschwerden äußern sich nach Angaben des deutschen Berufsverbandes der Neurologen als heftiger, bohrender oder brennender, einseitiger Schmerz im Bereich von Schläfe und Auge. Charakteristisch sei ein periodisch gehäuftes Auftreten - in sogenannten Clustern -, während sich dann für Monate beschwerdefreie Intervalle anschließen könnten. "Insbesondere im Herbst und Frühjahr können sich bei Betroffenen die Attacken häufen und unbehandelt einen großen Leidensdruck verursachen", erklärt der Krefelder Neurologe Curt Beil.

Die Anfälle dauern unbehandelt zwischen 15 und 180 Minuten und treten oft mehrmals täglich auch aus dem Schlaf heraus auf. Weitere Begleiterscheinungen - nur auf der schmerzenden Kopfseite - sind eine gerötete Bindehaut, vermehrter Tränenfluss, eine laufende oder verstopfte Nase sowie Schwitzen im Bereich des Gesichtes. "Auch Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen nach neueren Erkenntnissen häufiger vor", sagt Beil.

Sauerstoff und Sumatriptan

Im Akutfall kann nach Angaben des Experten die Inhalation von Sauerstoff Abhilfe schaffen, ebenso der verschreibungspflichtige Wirkstoff Sumatriptan: "Herkömmliche Schmerzmedikamente sind hingegen wenig effektiv, ebenso wie Entspannungsübungen, Massagen oder Akupunktur, die beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen gute Erfolge erzielen."

Beil empfiehlt Betroffenen, darauf zu achten, welche Nahrungsmittel, Verhaltensweisen oder Umweltreize zu Cluster-Kopfschmerzen führen und diese so weit wie möglich zu vermeiden. Häufige Auslöser für Beschwerden seien bestimmte Lebensmittel oder Zusätze wie Natriumglutamat, Kalium- oder Natriumnitrit, Käse, Tomaten, Zitrusfrüchte oder Alkohol. Hitze, Flackerlicht und Gerüche könnten die Beschwerden ebenso auslösen wie Wutanfälle, plötzliches Erschrecken oder starke Emotionen. (APA)

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