Wiener Börse am Freitag: ATX schließt etwas leichter

16. Oktober 2009, 18:33
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Enttäuschendes Quartalsergebnis der Bank of America belastet

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 12,77 Punkte oder 0,47 Prozent auf 2.725,23 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 32 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.757 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -1,09 Prozent, DAX/Frankfurt -1,49 Prozent, FTSE/London -0,35 Prozent und CAC-40/Paris -1,21 Prozent.

Nachdem der Wiener Aktienmarkt im Einklang mit den europäischen Leitbörsen mit Kursgewinnen in den Handel gestartet war, sorgten die überraschend schwachen Quartalszahlen der Bank of America für einen Stimmungswechsel unter den Anlegern. Die Indizes rutschten in die Verlustzone und gingen mit Abgaben ins Wochenende.

Die angeschlagene Bank of America (BOA) hat die Märkte mit ihrem enttäuschenden Zahlenwerk zum dritten Quartal geschockt. Unterm Strich erlitt das Geldinstitut einen Fehlbetrag von rund 2,2 Mrd. Dollar. Zusätzlich belastete Gewinneinbruch beim Mischkonzern General Electrict die Stimmung.

Mangels relevanter Konjunkturdaten und Unternehmensergebnissen sorgten am heimischen Markt Analystenkommentare und Personalia-Nachrichten für Bewegung. Die Wertpapierspezialisten der Raiffeisen Centrobank haben die Aktie der Erste Group mit "hold" bestätigt und das Kursziel von 31 auf 33 Euro erhöht. Belastet vom BOA-Ergebnis gaben die Erste-Titel 0,42 Prozent auf 30,46 Euro ab.

Beim steirischen Anlagenbauer Andritz meldeten sich die Wertpapierspezialisten der britischen Großbank HSBC zu Wort. Sie haben die Anlageempfehlung für die Titel von "neutral" auf "overweight" angehoben. Andritz kletterten um 2,60 Prozent auf 37,87 Euro.

Personelle Veränderungen wurden gleich von zwei heimischen Unternehmen bekannt. Beim Versicherer UNIQA wechselt Mitte November Vorstand Elisabeth Stadler als Chefin zu Ergo Austria, dem drittgrößten Lebenversicherer Österreichs. UNIQA-Papiere konnten die kräftigen Vortagesgewinne der Vienna Insurance Group nachholen und stiegen an der Spitze der Kurstafel um 6,73 Prozent auf 14,43 Euro. Vienna Insurance hingegen schlossen heute am unteren Ende mit minus 4,07 Prozent auf 42,21 Euro.

Per Jahresende 2009 wird auch ECO Business-Chef Friedrich Scheck sein Amt niederlegen und sich "neuen Herausforderungen" widmen, hieß es. Die Anteilsscheine der Immobiliengruppe verbilligten sich um 1,18 Prozent auf 5,04 Euro.

Mit dem Bau einer Ölpipeline zwischen der OMV-Raffinerie Schwechat und Bratislava erhält Österreich ab 2012 eine direkte Anbindung an das bestehende 3.000 Kilometer lange russische Pipeline-Netz. Die schwergewichteten OMV-Titel gingen mit einem Plus von 1,03 Prozent bei 29,37 Euro ins Wochenende. Unter den Indexschwergewichten mussten voestalpine 1,76 Prozent auf 26,30 Euro und Telekom Austria um 1,29 Prozent auf 12,22 Euro an Kursverlusten hinnehmen. (APA)

Die zehn größten Kursgewinner von Freitag:

1. SCHLUMBERGER AG ST +17,35 Prozent
2. UNIQA VERSICHERUNGEN AG +6,73 Prozent
3. ANDRITZ AG +2,60 Prozent
4. LENZING AG +2,45 Prozent
5. RAIFFEISEN INT. BANK-HLDG AG +2,44 Prozent
6. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD +2,04 Prozent
7. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH. +1,92 Prozent
8. MAYR-MELNHOF KARTON AG +1,66 Prozent
9. RORENTO N.V. +1,58 Prozent
10. WARIMPEX FINANZ- UND BET. AG +1,51 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Freitag:

1. C-QUADRAT INVESTMENT AG -10,63 Prozent
2. VIENNA INSURANCE GROUP -4,07 Prozent
3. HIRSCH SERVO AG -3,53 Prozent
4. BENE AG -2,94 Prozent
5. ZUMTOBEL AG -2,76 Prozent
6. FLUGHAFEN WIEN AG -2,69 Prozent
7. BWIN INT. ENTERT. AG -2,54 Prozent
8. UNTERNEHMENS INVEST AG -2,50 Prozent
9. CA IMMO INTERNATIONAL AG -2,00 Prozent
DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG -1,90 Prozent

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