Vier Prozent aller Erwachsenen kiffen

16. Oktober 2009, 11:45
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Studie wertete UN-Zahlen aus: Weit verbreitet ist Cannabis-Konsum bei Menschen in reichen Ländern

Paris - Ungeachtet gesundheitlicher Bedenken konsumieren nach einer aktuellen Studie weltweit vier Prozent aller Erwachsenen Cannabis. Die australischen Forscher Wayne Hall und Louisa Degenhardt (University of Queensland in Herston und University of New South Wales in Sydney) veröffentlichten eine Untersuchung im Wissenschaftsmagazin "The Lancet", wonach im Jahr 2006 rund 166 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren aus der Hanfpflanze gewonnene Rauschmittel zu sich nahmen. Dies entspreche 3,9 Prozent der Weltbevölkerung diesen Alters.

Besonders weit verbreitet ist der Cannabis-Konsum demnach bei jungen Menschen in reichen Ländern, allen voran in den USA, Australien und Neuseeland, gefolgt von Europa. Allerdings breite sich der Missbrauch auch in ärmeren Ländern immer weiter aus. Die Daten würden allerdings von Ort zu Ort stark variieren: So liege die Konsumrate in Nordamerika, Australien, Neuseeland, in vielen Staaten Westeuropas sowie vielen Staaten im westlichen und südlichen Afrika über acht Prozent. In Ostasien und vielen muslimischen Staaten konsumierten deutlich weniger Menschen Cannabis.

Gefahr einer Abhängigkeit

Die beiden Forscher warnten nach der Auswertung von nahezu 100 Studien vor gesundheitlichen Problemen durch den Cannabis-Konsum. Es drohten Herz-Kreislauf- oder Atemwegsprobleme, psychotische Schübe, Autounfälle bedingt durch die eingeschränkte Sinneswahrnehmung oder Schulversagen bei Teenagern, die regelmäßig kiffen. Außerdem bestehe die Gefahr einer Abhängigkeit, warnten die Wissenschaftler in der am Freitag veröffentlichten Studie.

Allerdings seien die durch Cannabis verursachten Probleme für die öffentlichen Gesundheitssysteme "wahrscheinlich geringer" einzuschätzen als die durch andere illegale Drogen oder Alkohol und Zigaretten. Die in der Studie ausgewerteten Zahlen basieren dem Bericht zufolge auf Erhebungen der Vereinten Nationen. (APA/red)

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