Umfrage: Zwei Drittel gegen Blitzkarriere von Sarkozys Sohn

16. Oktober 2009, 17:16
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Staatspräsident nimmt Kritik persönlich: "Auf wen zielt diese Polemik ab? Nicht auf meinen Sohn, auf mich" - Präsident sieht keine Rede von Vetternwirtschaft

Paris - Die Affäre um die geplante Blitzkarriere des Präsidentensohnes Jean Sarkozy (23) stößt in Frankreich zunehmend auf Unmut. Knapp zwei Drittel der Franzosen kritisieren die wahrscheinliche Wahl von Sarkozy junior auf einen Chefposten bei einer einflussreichen Behörde (EPAD), die sich um das Pariser Geschäftsviertel La Défense kümmert. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die die Zeitung "Le Parisien" am Freitag veröffentlichte. Selbst unter den Sympathisanten der konservativen Regierungspartei sind 51 Prozent der Befragten gegen den rasanten Aufstieg von Jean Sarkozy.

Präsident Nicolas Sarkozy reagierte nach Medienberichten empfindlich auf die Kritik an seinem Sohn. In einem zweiseitigen Interview mit der Zeitung "Le Figaro" verteidigte er sich erneut gegen den Vorwurf, seinen Sohn auf den Posten zu katapultieren. "Auf wen zielt diese Polemik ab? Nicht auf meinen Sohn, auf mich", klagte er. Der Verwaltungsratsvorsitzende der Entwicklungsgesellschaft EPAD werde gewählt. Zudem sei der Job unbezahlt. Sein Sohn arbeite enorm und stelle sich den derzeitigen Angriffen mit viel Mut.

Die Opposition sieht in der Kandidatur von Sarkozy junior einen Fall von Vetternwirtschaft und bemängelt die fehlende Kompetenz des jungen Mannes, der noch keinen Hochschulabschluss hat. Die Behörde EPAD ist für den Ausbau von La Défense zuständig. Das Milliardenprojekt wird von Sarkozy als Staatschef vorangetrieben. (APA)

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