Fünfzig Festnahmen bei Einsatz gegen Islamisten

15. Oktober 2009, 23:22
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Angeblich Anschläge auf NATO-Einrichtungen und Vertretungen von USA und Israel geplant

Istanbul - Die türkische Polizei hat bei einem landesweiten Einsatz gegen militante Islamisten etwa 50 mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida festgenommen. Die Verdächtigen hätten Pläne für Anschläge auf NATO-Einrichtungen und Vertretungen der USA sowie Israels gehabt, berichteten türkische Fernsehsender am Donnerstag. Mitglieder der Gruppe hatten demnach Kontakt zu Ayman al-Zawahri (Zawahiri), dem zweiten Mann an der Spitze des Terrornetzwerks.

Der Nachrichtensender CNN-Türk berichtete weiters, es habe auch Pläne für Anschläge auf NATO-Einrichtungen in Deutschland gegeben. Nach Angaben aus Kreisen der Ermittler sind unter den Festgenommenen auch Mitglieder der aus Usbekistan stammenden Terrorgruppe Islamische Jihad Union (IJU), die in Afghanistan trainiert worden seien. Die Islamische Jihad Union hatte auch Anschläge in Deutschland geplant.

Rache für Talibanchef

Die Ermittler hätten Hinweise, dass sich einige der festgenommenen Islamisten für den Tod des Taliban-Anführers Baitullah Mehsud hätten rächen wollen, berichtetet CNN-Türk. Mehsud war im August bei einem US-Raketenangriff im pakistanischen Süd-Waziristan nahe der afghanischen Grenze getötet worden. Eine offizielle Erklärung dazu gab es aber zunächst nicht.

Allein in Istanbul nahm die Polizei bei dem Einsatz sechs Verdächtige fest. Diese sollen in Bombenanschläge gegen Synagogen und britische Einrichtungen im Jahr 2003 verwickelt sein. Dabei waren 57 Menschen getötet worden. Sieben Menschen - ein Syrer und sechs Türken - waren dafür zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Die Polizei stellte außerdem eine Waffe und Munition sicher. Bei dem Polizei-Einsatz wurden in insgesamt neun Provinzen der Türkei Computer, CDs und Dokumente sichergestellt.

Im südosttürkischen Gaziantep waren bereits im vergangenen Jahr fünf Menschen getötet worden, als sich Polizisten über mehrere Stunden Schießereien mit bewaffneten Islamisten geliefert hatten. Auch diese sollen Verbindungen zu Al-Kaida gehabt haben.(APA)

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