Angeblich Anschläge auf NATO-Einrichtungen und Vertretungen von USA und Israel geplant
Istanbul - Die türkische Polizei hat bei einem landesweiten Einsatz
gegen militante Islamisten etwa 50 mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerkes
Al-Kaida festgenommen. Die Verdächtigen hätten Pläne für Anschläge auf
NATO-Einrichtungen und Vertretungen der USA sowie Israels gehabt, berichteten
türkische Fernsehsender am Donnerstag. Mitglieder der Gruppe hatten demnach
Kontakt zu Ayman al-Zawahri (Zawahiri), dem zweiten Mann an der Spitze des
Terrornetzwerks.
Der Nachrichtensender CNN-Türk berichtete weiters, es habe auch Pläne für
Anschläge auf NATO-Einrichtungen in Deutschland gegeben. Nach Angaben aus
Kreisen der Ermittler sind unter den Festgenommenen auch Mitglieder der aus
Usbekistan stammenden Terrorgruppe Islamische Jihad Union (IJU), die in
Afghanistan trainiert worden seien. Die Islamische Jihad Union hatte auch
Anschläge in Deutschland geplant.
Rache für Talibanchef
Die Ermittler hätten Hinweise, dass sich einige der festgenommenen Islamisten
für den Tod des Taliban-Anführers Baitullah Mehsud hätten rächen wollen,
berichtetet CNN-Türk. Mehsud war im August bei einem US-Raketenangriff im
pakistanischen Süd-Waziristan nahe der afghanischen Grenze getötet worden. Eine
offizielle Erklärung dazu gab es aber zunächst nicht.
Allein in Istanbul nahm die Polizei bei dem Einsatz sechs Verdächtige fest.
Diese sollen in Bombenanschläge gegen Synagogen und britische Einrichtungen im
Jahr 2003 verwickelt sein. Dabei waren 57 Menschen getötet worden. Sieben
Menschen - ein Syrer und sechs Türken - waren dafür zu lebenslangen Haftstrafen
verurteilt worden. Die Polizei stellte außerdem eine Waffe und Munition sicher.
Bei dem Polizei-Einsatz wurden in insgesamt neun Provinzen der Türkei Computer,
CDs und Dokumente sichergestellt.
Im südosttürkischen Gaziantep waren bereits im vergangenen Jahr fünf Menschen
getötet worden, als sich Polizisten über mehrere Stunden Schießereien mit
bewaffneten Islamisten geliefert hatten. Auch diese sollen Verbindungen zu
Al-Kaida gehabt haben.(APA)