Patria-Affäre: Ex-Premier Jansa stundenlang verhört

15. Oktober 2009, 23:08
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Wegen Bestechungsvorwürfen zu Radpanzer-Geschäft - Laut finnischem Ermittlungschef dauerte Einvernahme rund fünf Stunden

Helsinki - Der frühere slowenische Ministerpräsident Janez Jansa ist am Donnerstag in Slowenien von finnischen Ermittlern einvernommen worden. Wie Ermittlungschef Kaj-Erik Björkqvist gegenüber der finnischen Nachrichtenagentur STT erklärte, steht Jansa unter Geschenkannahme-Verdacht. Das Verhör des ehemaligen Regierungschefs habe etwa fünf Stunden lang gedauert, so der Ermittler. Björkqvist charakterisierte die Einvernahme als "normal", wollte sich jedoch nicht über das Ergebnis des Verhörs äußern.

Björkqvist zufolge sind bis zum Sonntag weitere Einvernahmen in Slowenien geplant. Insgesamt handle es sich um zehn in der Affäre verdächtige Personen und drei Zeugen.

Bestechungsgeschenke

Jansas Partei hatte die Parlamentswahlen im September 2008 verloren, nachdem der Wahlkampf von Vorwürfen überschattet war. Denen zufolge sollen Jansa und eine Reihe anderer regierungsnaher Personen im Zusammenhang mit einem Auftrag über 135 finnische Radpanzer Bestechungsgeschenke in der Gesamthöhe von 21 Millionen Euro angenommen haben.

Die Vorwürfe hatte der öffentlich-rechtliche finnische Sender YLE in einem Aufdecker-Programm erhoben. Jansa bestritt die Anschuldigungen stets und kündigte mehrfach an, die verantwortlichen Journalisten klagen zu wollen. (APA)

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    Janez Jansa, Ex-Premier

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