Union und FDP einig bei Online-Durchsuchungen und Internetsperren

15. Oktober 2009 22:19

Arbeitsgruppe: Jugendstrafe in Deutschland bei Mord auf 15 Jahre erhöhen

Berlin - In Deutschland hat die Arbeitsgruppe von Union und FDP zur Innen- und Rechtspolitik ihre Streitpunkte ausgeräumt und sich unter anderem auf höhere Hürden bei Online-Durchsuchungen und eine Aussetzung der Internetsperren für Kinderpornografie geeinigt. Dies teilten die Verhandlungsführer am Donnerstagabend in Berlin mit. Der Vorschlag für die große Koalitionsrunde sieht zudem die Erhöhung der Jugendstrafe bei Mord von zehn auf 15 Jahre vor.

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, es sei wichtig gewesen, eine Einigung bereits in der Koalitions-Arbeitsgruppe zu erzielen. Bei der Vorratsdatenspeicherung sei das Modell aus der bayerischen Koalitionsvereinbarung übernommen worden. Demnach soll die Nutzung der Daten nur bei schwerwiegenden Gefahrensituationen möglich sein.

Entschärfungen

Bei den Online-Durchsuchungen von privaten Computern habe die FDP Entschärfungen durchgesetzt, sagte die FDP-Unterhändlerin Leutheusser-Schnarrenberger weiter. Diese müssten über den Bundesgerichtshof angeordnet werden. Zudem dürften sie nicht von anderen Sicherheitsbehörden wie etwa dem Bundesverfassungsschutz vorgenommen werden, sondern nur vom Bundeskriminalamt. Allerdings habe sich ihre Partei nicht mit der grundlegenden Forderung durchsetzen können, die Online-Durchsuchungen ganz abzuschaffen, sagte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende.

Zur Aussetzung der Internetsperren bei Kinderpornografie vereinbarte die Arbeitsgruppe, die entsprechenden Seiten zunächst zu löschen und nicht zu sperren. Dies sei ein "echter Durchbruch", sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Nach einem Jahr solle der Erfolg der Löschung überprüft werden. Die FDP-Politikerin betonte zugleich: "Wir wollen, dass Kinderpornografie nicht ins Netz kommt".

Beim Thema Visa-Warndatei verständigte sich die Arbeitsgruppe darauf, dass die Datei kommen werde, aber dass nur Antragsteller oder Einlader darin aufgenommen werden sollten, die bereits wegen Verstößen gegen Visa-Bestimmungen auffällig geworden waren. Eine so genannte Einlader-Datei, in der alle gespeichert werden, die Menschen aus Visa-pflichtigen Ländern einladen, soll es demnach nicht geben.

Zudem vereinbarten die Parteien bei eingetragenen Partnerschaften die Gleichbehandlung im Beamtenrecht, etwa bei der Beihilfe und der Besoldung. Der CSU-Unterhändler Hans-Peter Uhl hob Vereinbarungen im Bereich der Jugendkriminalität hervor. So solle ein "Warnschussarrest" eingeführt und ein rechtzeitiges Eingreifen in Gewaltstrukturen ermöglicht werden.

Bei Verurteilungen nach dem Jugendstrafrecht sollen nach dem Willen der Arbeitsgruppe 18- bis 21-Jährige künftig bei Mord mit maximal 15 Jahren bestraft werden können. Bisher lag die Höchststrafe bei zehn Jahren. Keine Änderung soll es demnach für die Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende bis zu 21 Jahren geben. Hier hatte es aus der Union Forderungen nach einer vermehrten Anwendung des Erwachsenenstrafrechts gegeben. (APA)

jps1032
17.10.2009 15:00
In Deutschland herrschen bereits Verhältnisse wie in einem Unrechtsstaat

Der Schäuble schafft bewußt - mit Billigung der Merkel - ein Klima von Angst und Einschüchterung. Seit 2005 hat sich die Menschenrechtslage in Deutschland - nicht zuletzt durch das BKA-Gesetz - drastisch verschlechtert, die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art werden - mit Billigung der Merkel - unverändert fortgesetzt. Hinzu kommt, dass die Merkel systematisch die Strafverfolgung der dafür verantwortlichen Rechtsbrecher hintertreibt.

In Deutschland sind die Bürgerrechte schon vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt. Das "Koalitionspapier" ändert daran gar nichts.

Der Schäuble muss weg. Und die Merkel auch.

jps1032
17.10.2009 14:57
Blosser Scheinerfolg

"Unter Online-Durchsuchung wird Verschiedenes verstanden, das ist klar. Da wird ... da wird sowohl verstanden ... der Telekommunikation ... der ... der Verkehr, als auch die Durchsuchung in den Systemen selbst, weil die Durchsuchung in den Systemen selbst, weil die technische Entwicklung eben so ist, aber da müssen wir jetzt schon fast die ... die ... die Internetexperten genauer befragen. Sich so entwickelt, dass eben unsere, oder meine laienhafte Vorstellung, dass Internet so etwas Ähnliches sei wie ne moderne Telefonanlage, das stimmt eben schon lange nicht mehr, und deswegen braucht man da ... Wenn Sie wollen, kann das der Herr Fromm genauer erläutern, der versteht's ein wenig, richtig verstehen tut er's wahrscheinlich auch nicht ..."

Stef Hoche
16.10.2009 11:07
und schon

ist er umgefallen der westerwelle. lügenprogramm hoch 4!

Lieber Aal
16.10.2009 15:22

wo ist die fdp umgefallen? das koalitionen in kompromisse münden weiss doch jedes kleinkind. dass die löschung von seitenv vorgenommen wird und die sperre ausgesetzt ist, ist ein schöner erfolg für die fdp und wird in deutschland auch als solcher gewürdigt (siehe spiegel z.b).

einziges versprechen dass die fdp gemacht hat waren steuersenkungen.

Stef Hoche
16.10.2009 16:59
wo ist der

unterschied zwischen sperren und löschen? ach ja keiner... onlinedurchsuchung weiterhin möglich... datenspeicherung bleibt weiter aufrecht... viel wind und nichts dahinter...

Fernchen
16.10.2009 17:34

Der Unterschied liegt darin, dass eine Sperre genau nichts bringt, weil dann die jeweilige Seite weiter existiert und vertreiben kann. Bei einer Loeschung wird die Seite ausser Betrieb genommen.
Um es einfacher auszudruecken: Das Sperren ist ein hoffnungsloser "Boykott", das Loeschen ist das "vom Markt nehmen".

Lieber Aal
16.10.2009 17:14

da sie den unterschied zw. löschen und sperren im kontext nicht kennen, beweisen sie eindrucksvoll dass sie keinen tau von der materie haben. informieren und dann schreiben. danke.

was die datenspeicherung anbelangt: ich wiederhole es gerne nocheinmal dass es klar war dass es nur einen kompromiss geben kann.

Stef Hoche
16.10.2009 21:20
ich kenne

den unterschied nur hat es mit dem liberalen anisinnen von meinungsfreihit im netz nichts zu tun... es wird wieder mal alles vermischt...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.