Bern will auf Kauf von Kampfflugzeugen verzichten

15. Oktober 2009, 22:13
2 Postings

Aus finanziellen Gründen

Zürich - Die Schweizer Regierung will laut Medienberichten auf die geplante Beschaffung von bis zu 22 Kampfflugzeugen verzichten. Wie es in übereinstimmenden Berichten verschiedener Zeitungen vom Donnerstag hieß, hat der Schweizer Verteidigungsminister, Ueli Maurer, seinen Kabinettskollegen den Verzicht auf das Rüstungsprojekt aus finanziellen Gründen nahegelegt.

Statt dessen soll das Geld für dringendere Ausgaben wie etwa Lücken bei der Logistik, Bauten sowie die Bewaffnung und technische Ausrüstung des Heeres ausgegeben werden, hieß es in einem Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) unter Berufung auf eine zuverlässige Quelle im Verteidigungsministerium.

Geld reicht nicht

Das unter Maurers Vorgänger Samuel Schmid initiierte Rüstungsprojekt hatte die Beschaffung von zunächst 33, dann 22 Kampfflugzeugen als Ersatz für die 54 veralteten Tiger-Kampfflugzeuge der Schweiz vorgesehen. Insgesamt sind für das Rüstungsgeschäft 2,2 Milliarden Franken (1,45 Milliarden Euro) vorgesehen. Beworben haben sich neben dem Eurofighter-Konsortium EADS auch die schwedische Firma SAAB (JAS 39 Gripen) und die französische Dassault Aviation (Rafale). Laut dem NZZ-Bericht hätten die Gelder aber nur für rund die Hälfte der genannten 22 Flugzeuge ausgereicht, wenn die Kosten für Unterhalt und Trainingsinfrastruktur mit berücksichtigt werden.

Ein Ministeriumssprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der ursprüngliche Fahrplan, nach dem das Kabinett erst im Jänner über das Projekt entscheiden will, sei nach wie vor gültig.(APA/Reuters)

Share if you care.