Streit um Kauf von Airbus-Militärtransportern

15. Oktober 2009, 21:12
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Nach Bekanntwerden von Kostenexplosion wird Abbestellung der acht A400M-Flugzeuge gefordert

Johannesburg - Dem mit zahlreichen Entwicklungsproblemen kämpfenden europäischen Militärtransporter Airbus A400M droht weiteres Ungemach. In Südafrika gab es öffentliche Forderungen nach einer Kündigung des Auftrags über acht Maschinen, nachdem eine Kostenexplosion bekanntgeworden war. Darüber hatte der Chef des staatlichen Rüstungsbeschaffers Armscor, Sipho Thomo, das Parlament nach einem Gespräch mit Airbus-Managern unterrichtet.

So sollten die acht Flugzeuge statt wie geplant 17 Milliarden Rand (1,5 Mrd Euro) nun 47 Milliarden Rand (4,3 Mrd Euro) kosten. Das wäre weit mehr als das gesamte Verteidigungsbudget. In einer Erklärung wies Airbus Military diese Höhe jedoch als überzogen zurück. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, heißt es in der Erklärung nur, man sei mit den Behörden am Kap im Gespräch über die Entwicklung des Transporters, dessen Erstflug für die kommenden Wochen geplant sei.

2,9 Milliarden Rand Anzahlung

Bisher hat Südafrika Medien zufolge knapp 2,9 Milliarden Rand angezahlt, weitere 1,1 Milliarden Rand würden Ende des Monats fällig. Die Regierung habe zwei Wochen Zeit, über einen Ausstieg aus dem Projekt zu entscheiden. Airbus hatte die Auslieferung des ersten A400M am Kap von 2012 auf 2016 verschoben. "Die Entscheidung, die die Regierung treffen muss, ist sehr einfach: Sie muss die Verluste niedrig halten und aus diesem katastrophalen Vertrag aussteigen", schrieb die südafrikanische "Times". Auch im Rundfunk mehrten sich kritische Stimmen.

Südafrika will seine veraltete Lufttransport-Flotte modernisieren, um bei zahlreichen Friedensmissionen auf dem Kontinent mobil zu bleiben. (APA)

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