Videoüberwachung im Gemeindebau ausgeweitet

15. Oktober 2009, 17:48
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Wien will weitere 15 städtische Wohnhäuser mit Kameras sichern - Vandalismuskosten um 68 Prozent gesunken

Wien - Die Videoüberwachung in den Wiener Gemeindebauten soll ausgeweitet werden. In acht städtischen Wohnhausanlagen werden seit April Aufzüge, Tiefgaragen und Müllräume überwacht, für weitere 15 Bauten wurde bei der Datenschutzkommission um Bewilligung angesucht. Künftig sollen auch Kellerräume videoüberwacht werden.

Mit den Ergebnissen der Testphase ist Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP) jedenfalls sehr zufrieden. "Die Anzahl der Schadensfälle hat sich um 52 Prozent verringert. Die Kosten, die durch Vandalismus verursacht wurden, sind um 68 Prozent gesunken" , sagt Ludwig am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Die Kosten für die Installierung der derzeit 250 Kameras hat die Stadt übernommen. Auch die Bewohner jener 15 Wohnhausanlagen, die künftig ebenfalls videoüberwacht werden, werden noch nicht dafür bezahlen müssen. "Künftig wird man aber schauen müssen, ob eine Beteiligung der Bewohner an den Kosten möglich ist" , sagte Ludwig.

Prinzipielle Zustimmung für die Ausweitung der Videoüberwachung gibt es von der VP. Seine Partei sei von Anfang an für Videoüberwachung als Sicherheitsmaßnahme eingetreten, betonte Landesgeschäftsführer Norbert Walter in einer Aussendung. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass der finanzielle Aufwand nicht in Form steigender Betriebskosten auf die Mieter abgewälzt werde.

Prinzipielle Ablehnung kommt von den Grünen. Durch die "Überwachungsfantasien" würde Kriminalität nicht vermindert, sondern lediglich in andere Bereiche verschoben, sagte Stadtrat David Ellensohn.

Bei einer Befragung hat Ludwig eine deutliche Mehrheit der Bewohner der acht Gemeindebauten für eine Fortsetzung der Überwachung ausgesprochen. 60 wären sogar bereit, dafür ein bisschen höhere Betriebskosten zu bezahlen. Welche Gemeindebauten neu hinzu kommen, wollte Ludwig nicht sagen, bevor die Datenschutzkommission nicht entscheiden hat.

Die Daten werden nach 72 Stunden gelöscht. Gesichert werden die Bilder nur, wenn ein Mieter einen Schaden meldet oder sich die Polizei wegen einer Straftat an Wiener Wohnen wendet. (fern, APA, DER STANDARD - Printausgabe, 16. Oktober 2009)

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