Viele Wellnesshotels üben sich in neuer Sparsamkeit

15. Oktober 2009, 17:40
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Heuer haben 63 Betriebe mit Wohlfühleinrichtungen aufgesperrt – Nur knapp ein Drittel der Hotels bietet Qualität

Wien - Das Angebot an Hotels, die mit Wellnesseinrichtungen werben, ist so groß wie nie. Seit vorigem Sommer haben österreichweit 63 Betriebe mit entsprechenden Einrichtungen aufgesperrt. Das ist zwar um einiges weniger als im Jahr davor (90), liegt aber dicht am zehnjährigen Durchschnitt (69).

Von den 956 Hotels, die zwischen Bodensee und Neusiedler See mit Schwimmbad, Sauna oder Therapien für Körper und Seele locken, bietet aber nur knapp ein Drittel gute Qualität. "Der Abstand zwischen guten und schlechten Wellnesshotels wird größer" , sagte Christian Werner, Herausgeber des Relax Guide (255 Seiten, 17,90 Euro), dem Standard .

Werner, der mit einem Team von 20 Mitarbeitern das elfte Mal in Folge sämtliche einschlägigen Hotels abgefahren ist, hat eine Tendenz zur Sparsamkeit am Gast festgestellt. Statt vormittags werde die Sauna oft erst im Laufe des Nachmittags ein- und häufig schon am frühen Abend wieder ausgeschaltet. Gespart werde auch bei der Aufbereitung des Poolwassers und beim Essen. "Statt frisch gemachtem Erdäpfelsalat gibt es vermehrt Fabrikware," sagte Werner.

Dieser Umstand hat sich auch in der Hotelbewertung niedergeschlagen. Die Folge: ein Rekordverlust an Punkten und Lilien. Mehr als 150 Hotels wurden zurückgestuft. 45 Häusern, die im Vorjahr noch eine Lilie für sehr gute Leistung erhalten hatten, stehen diesmal blank da.

Zimmer um 5,5 Prozent teurer

Die Reihung der Hotels erfolgt mittels eines Punktesystems, das sich an den besten Betrieben ausrichtet und u.a. die Wellnessinfrastruktur, Service, Qualität des Essens und Stimmigkeit des Angebots berücksichtigt. Zu den zehn Spitzenbetrieben (vier Lilien) gehören die Schalber Wellness-Residenz im Tiroler Serfaus, im Burgenland Reiter's Supreme in Bad Tatzmannsdorf und das Balance Resort in Stegersbach, in Kärnten das Ronacher Thermenhotel in Bad Kleinkirchheim sowie das Hotel Hochschober. In derselben Liga finden sich auch der Salzburgerhof in Zell am See, der Lanserhof in Lans (Tirol), der Steirerhof in Bad Waltersdorf, das Hotel Aenea in Reifnitz (Kärnten) und - als Aufsteiger des Jahres - das im Mai eröffnete Kurzentrum Bad Traunstein (NÖ). Das Posthotel Achenkirch, Vorreiter bei Wellness in Österreich und bisher immer unter den Top Ten, hat in der jüngsten Bewertung eine Lilie eingebüßt und hält nunmehr bei drei.

Gestiegen sind in den vergangenen zwölf Monaten die Zimmerpreise in Wellnesshotels. Die liegen mit durchschnittlich 92,41 Euro pro Person (im Doppelzimmer mit Halbpension in der billigsten Saison und günstigsten Kategorie) um 5,5 Prozent über dem Vorjahr. "Das ist der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre" , sagte Werner.(Günther Strobl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16.10.2009)

 

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