EU bringt Freihandelsabkommen mit Seoul auf den Weg

15. Oktober 2009, 17:01
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Autobauer in Europa befürchten Kostenvorteile für Konkurrenz

Brüssel - Begleitet von Kritik aus der Autoindustrie hat die Europäische Union ein Freihandelsabkommen mit Südkorea auf den Weg gebracht. Mit dem Abkommen würden "praktisch alle Zölle aufgehoben", die zwischen der EU und ihrem viertwichtigsten außereuropäischen Handelspartner bestehen, teilte Handelskommissarin Catherine Ashton bei der Paraphierung am Donnerstag mit. Die Paraphierung ist eine Vorstufe der Unterzeichnung.

Dem Vertrag müssen die EU-Staaten und das Europaparlament noch zustimmen. Laut Kommission handelt es sich eines der "wichtigsten Freihandelsabkommen" der EU. Neben Zöllen würden auch weitere Handelshemmnisse in dem Abkommen beseitigt. Auf diese Weise eröffne es "für europäische Unternehmen neue Marktperspektiven im Dienstleistungssektor, im verarbeitenden Gewerbe und in der Landwirtschaft". Der Vertrag könnte in der zweiten Jahreshälfte 2010 in Kraft treten.

Scharfe Kritik kam aus der europäischen Automobilindustrie. Der Herstellerverband ACEA beklagte unfaire Wettbewerbsvorteile für die südkoreanische Konkurrenz. Deren Kosten würden wegen bestimmter Klauseln stärker sinken als für die Europäer. Ob die Südkoreaner dies an die Käufer weitergäben, sei aber offen, sagte eine ACEA-Sprecherin. Die Verbraucher könnten sich wahrscheinlich auf noch mehr Autos aus Südkorea einstellen. (APA/Reuters)

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