Türkei – Bilanz in Zahlen

15. Oktober 2009, 15:11
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Wir sind am Ende unserer Fahrradreise durch die Türkei. Viel ist passiert, viel gäbe es zu berichten – Zeit für eine kleine Bilanz

Ungeplant lang strampeln wir jetzt schon durch die Türkei, sie hat uns einfach nicht losgelassen. Die daraus resultierende Zeitnot war einer der Gründe, warum wir uns dazu durchgerungen haben, doch einen Flug nach Indien zu nehmen und nicht durch den Iran zu radeln.

Im Nachhinein hat sich das als eine weise Entscheidung herausgestellt, denn Christian musste unvorhergesehen aus gesundheitlichen Gründen die Reise abbrechen. Mittlerweile ist er in Österreich und auf dem Weg der Besserung, es besteht also kein Grund zur Sorge.

Vielleicht kann er eines Tages anderen Ortes seine Fahrt fortsetzen. Ich trage inzwischen die Flagge von Licht für die Welt weiter durch Indien und Nepal. Zu viel haben wir erlebt, um es in einen einzigen Text zu fassen. Ich versuche es trotzdem, diesmal mit ganz vielen Zahlen.

Wir hatten 0 Unfälle (zum Glück), aber einen haben wir beobachtet. Wir strampelten 2 hohe Bergen hinauf (Nemrut und Erciyes), haben 3 Nächte auf einem Campingplatz übernachtet, mussten 4 mal einen Reifen flicken - 4 mal waren Dornen schuld daran. Wir fuhren an 5 Staudämmen vorbei und wurde 6 mal in der Nacht von Schildkröten aufgeweckt, die unheimlich durchs Gebüsch raschelten. 7 mal ließen wir uns von einem LKW oder Traktor den Berg hinauf ziehen und 8 mal badeten in einem Fluss.

9 mal konnten wir warm duschen, 11 mal übernachteten wir in einem Hotel/Motel/Otel. Mindestens 19 mal wurden wir von streunernden Hunden geweckt, ebenso oft vom Morgengebet. Beim Einschlafen hatten wir das Glück, ungefähr 23 Sternschnuppen zu beobachten. Etwa 25 Türken und Kurden lernten wir kennen, die irgendwann nach Deutschland ausgewandert sind und gerade Urlaub in ihrer Heimat machten.

Wir selbst wurden 27 mal für Australier gehalten (Avustralya ist die türkische Übersetzung für Avusturya, so wurde mir erklärt). 37 mal - oder öfter - wurden wir zum Tee eingeladen, sehr oft auch zum Essen. Exakt 45 mal wurden wir mit "My name is?" nach dem Namen gefragt und ebenso oft mit "Hello" verabschiedet.

Unzählige Kinder haben unterwegs unsere Fahrräder bestaunt und noch viel mehr sind uns winkend hinterher gelaufen. Wie oft wir zurückwinkten und auf die lautstarken "Hello" mit einem freundlichen "Merhaba" antworten, habe ich auch nicht mehr gezählt, weil mir von diesen Aktivitäten oft der Arm schmerzte und die Stimme versagte.

An die 3000 Kilometer haben wir per Rad zurückgelegt, allerdings sind wir auch 2mal mit dem Bus gefahren. Die Türkei hat sich als äußerst geeignet fürs Radreisen herausgestellt. Das Land geizt nicht mit Naturwundern und die meiste Zeit fühlten wir uns sehr willkommen. Trotzdem freue ich mich auf einen Ortswechsel. Indien ruft und so sage ich zum Abschied leise "Hello". (Uwe)

  •  Ausblick im Munzur-Nationalpark.
    foto: uwe

    Ausblick im Munzur-Nationalpark.

  • Zu diesem Zeitpunkt war Christian noch mit von der Partie.
    foto: uwe

    Zu diesem Zeitpunkt war Christian noch mit von der Partie.

  • Wir kaufen Essen, die Fahrräder warten.
    foto: uwe

    Wir kaufen Essen, die Fahrräder warten.

  • Ausspannen auf einem einladenden Baum.
    foto: uwe

    Ausspannen auf einem einladenden Baum.

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