Radfahrerin tödlich verunglückt: Anklage gegen Pkw-Lenker wird geprüft

15. Oktober 2009, 17:11
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Autolenker soll die Studentin geschnitten und zu Sturz gebracht haben - Aufnahmen von Rotlicht-Kamera werden ausgewertet

Graz - Ein tödlicher Radunfall in Graz, der erst schrittweise geklärt werden konnte, dürfte demnächst vor Gericht verhandelt werden. Ein Pkw-Lenker wird verdächtigt, im Juni den Todessturz der 25-jährigen Kärntner Studentin ausgelöst zu haben. Der junge Mann wurde ausgeforscht, weil er eine nachfolgende Kreuzung bei Rot passiert hatte.

Der Unfall an der Kreuzung Joanneumring - Schmiedgasse im Zentrum von Graz ereignete sich am 19. Juni kurz vor Mitternacht bei strömendem Regen: Eine Radfahrerin war sterbend auf der Straße gefunden worden, nachdem sie vermutlich von einem Auto niedergestoßen worden war. Der Regen und wenig ergiebige Zeugenaussagen ließen die Ermittlungen zunächst stocken.

Die Wende brachte die Auswertung einer Rotlicht-Kamera an einer benachbarten Kreuzung. Es wird gegen einen jungen Pkw-Lenker ermittelt, der auch zugab, zur fraglichen Zeit dort unterwegs gewesen zu ein. Jedoch will er mit dem Unfall nichts zu tun und davon auch nichts mitbekommen haben.

Nach letztem Ermittlungsstand dürfte es zu keiner Kollision gekommen sein. Diesbezügliche Spuren wurden jedenfalls weder am Rad noch am Pkw gefunden. Der Autofahrer soll aber die bei Grün zügig die Kreuzung querende Radlerin geschnitten und so ein Bremsmanöver provoziert haben, das zu dem tödlichen Sturz geführt hat. Zwei Gutachten, ein gerichtsmedizinisches und ein Kfz-technisches, wurden beauftragt.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, bestätigte Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. Eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft über eine Anklageerhebung stehe in den kommenden Wochen bevor. (APA)

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