Projekt "Starsucker"

15. Oktober 2009, 14:14
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Britischer Doku-Filmer stellte Boulevardmedien mit frei erfundenen Promigeschichten bloß

London - Mit frei erfundenen Geschichten über Stars und Sternchen hat der britischer Filmemacher Chris Atkins die fragwürdige Promi-Berichterstattung führender Boulevardblätter seines Landes bloßgestellt. Hintergrund: Die Ergebnisse der eigenen Recherche zur Seriosität des Gossips zeigt Atkins in seinem neuen Dokumentarfilm "Starsucker".

Zwei Jahre lang informierten Atkins und sein Team die bekanntesten Klatschredaktionen per Telefon über angebliche Pannen von Stars - um zu ihrem eigenen Erstaunen zu erleben, wie sich schon am nächsten Tag jedes Detail ungeprüft auf den Seiten der Zeitungen wiederfand, wie Atkins am Donnerstag dem "Guardian" berichtete.

Einen seiner größten Erfolge landete Atkins mit seiner Saga, wie der berühmte Haarturm von Soul-Sängerin Amy Winehouse während einer Musikeinlage mit Freunden in Flammen aufging, weil eine Sicherung durchbrannte. Die Geschichte wurde von zwei Massenblättern übernommen, bevor sie sich wie ein Lauffeuer im Internet verbreitete.

In einem anderen Fall steckte eine Mitarbeiterin des Regisseurs einer auflagenstarken Zeitung, dass Sarah Harding, die superblonde Sängerin von "Girls Aloud", in Wirklichkeit ein totales Physikgenie sei. Als angebliche Frau eines Möbelpackers erzählte sie, wie dieser haufenweise Bücher über Quantenphysik sowie ein Teleskop aus Hardings alter Wohnung schleppte. Unter der Schlagzeile "Sarah ist ein Blaustrumpf" trat die Geschichte daraufhin ihren Medienzug durch die Welt an.

"Wir wollten herausfinden, wieviel Wahrheit in all diesen Promigeschichten steckt, die inzwischen unsere Nachrichtenmedien beherrschen", sagte der Regisseur dem "Guardian". Er und sein Team testeten dafür einfach den Rechercheaufwand der Medien. Obwohl einige seiner Geschichten völlig verrückt klangen, seien sie in keinem einzigen Fall überprüft worden, sagte Atkins. "Hätten sie die Fakten gecheckt, hätten sie innerhalb weniger Minuten herausgefunden, was für ein Unsinn das war". (APA)

 

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