Tauziehen mit Piloten

16. Oktober 2009, 08:19
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Das Management verlangt Gehaltsverzicht und Mehrarbeit, Freitag wird eine Betriebsversammlung abgehalten

Wien - Bei der seit Anfang September zur deutschen Lufthansa gehörenden AUA (Austrian Airlines) hat das Tauziehen mit den Piloten um längere Arbeitszeiten begonnen. Heute Freitag ist am Nachmittag eine Betriebsversammlung des fliegenden Personals geplant, bestätigt Bord-Betriebsratschef Karl Minhard einen Bericht des "Format".  Beeinträchtigungen im Flugverkehr werden nicht erwartet, betonten Betriebsrat und Unternehmen am Donnerstag. "Wir erwarten keine Störungen", sagte ein AUA-Sprecher.

Von einem drohenden Arbeitskampf will Minhard nicht reden. Es gehe darum, die Mitarbeiter über die Gespräche mit dem AUA-Management zu informieren. Zwar seien die Forderungen des Unternehmens, die Flugzeiten der Piloten um 25 Prozent zu erhöhen und die Gehälter um 7,5 und nicht wie bisher angekündigt um 5 Prozent zu kürzen, "überzogen". Die Gespräche verliefen allerdings "konstruktiv" und es sei viel zu früh, um über irgendetwas zu reden, so Minhard. Streik sei "nicht, was wir wollen", weil die Belegschaft einsehe, dass das Unternehmen auf gesunde Beine gestellt werden müsste. "Momentan läuft es ganz gut", sagte Minhard zu den Gesprächen.

Harte Schnitte

AUA-Vorstand Andreas Bierwirth hatte zu Monatsbeginn die Mitarbeiter in einem Schreiben auf weitere harte Schnitte vorbereitet und in den vergangenen Tagen noch einmal bekräftigt, dass die AUA mit den Kosten runter müsse, "um zu überleben". Nach Berechnungen des Managements geht es um eine Ausweitung der Flugzeiten um 7 Prozent. Gelingen soll es vor allem mit einer Reduktion der Stehzeiten und weniger freien Tage.

Verhandelt wird um die Dienstzeitenregelungen der AUA-Piloten, die etwa die Hälfte der rund 1.100 Flugkapitäne des Konzerns ausmachen. Bei Tyrolean, wo wegen der Abgabe der kleinen Flieger bis zu 120 Piloten abgebaut werden sollen, wird schon jetzt länger geflogen. Laut Gesetz können Piloten bis zu 900 Stunden im Jahr eingesetzt werden. Bisher nutzen nur Billigairlines den Rahmen aus, bei der AUA liegt die Arbeitszeit deutlich darunter, heißt es aus dem Unternehmen.(APA)

 

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