Erholung verliert an Schwung

15. Oktober 2009, 13:21
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Die Erholung der österreichischen Wirtschaft hält zwar an, verliert nach Einschätzung der Bank Austria aber an Schwung

Wien - Der Bank-Austria-Konjunkturindikator hat sich im September auf minus 0,7 Punkte verbessert, nach minus 0,9 Punkten im August. Ein erneutes Abdriften der österreichischen Wirtschaft in eine Rezession wird aber als wenig wahrscheinlich erachtet, vor allem wenn die Zurücknahme der expansiven wirtschaftspolitischen Maßnahmen nicht übereilt erfolge, so die Bank-Ökonomen in einer Pressemitteilung von heute, Donnerstag.

Der wirtschaftliche Aufschwung in Österreich halte vorerst an. Die Verlangsamung der Aufwärtsbewegung des Konjunkturindikators - von Juli auf August hatte sich die Kennzahl von minus 1,8 auf minus 0,9 Punkte verbessert - lasse erwarten, dass die Konjunkturerholung allerdings bald wieder an Schwung einbüßen werde. Vor allem das im September nur marginal verbesserte europäische Industrieklima wird als Anzeichen dafür gewertet, dass der "derzeit recht kräftige Rückenwind" für die heimische Industrie wieder an Stärke verlieren dürfte. Während sich in der Industrie die Geschäftsaussichten nun zurückhaltender verbesserten, begrenze die angespannte Lage am Arbeitsmarkt den Optimismus der Konsumenten, so Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer.

Für das dritte Quartal wird ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet. Gegen Jahresende dürfte die österreichische Wirtschaft noch dynamischer wachsen. Spätestens für das Frühjahr zeichne sich jedoch eine Verlangsamung der Konjunkturerholung ab. Der globale Industrieaufschwung werde an Dynamik verlieren, die Erholung daher in der ersten Jahreshälfte 2010 nur mühsam vorankommen, so Bank-Austria-Ökonom Walter Puschedl.

Investitionsschwäche hält an

Die Investitionsschwäche wird nach Ansicht der Volkswirte bis ins kommende Jahr anhalten. Eine "solide Erholung" der Investitionstätigkeit, die das Wachstum wieder auf robustere Beine stellt, sei erst mit 2011 zu erwarten. Für heuer wird ein BIP-Rückgang um 3,8 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr wird mit einem BIP-Anstieg von 1,1 Prozent gerechnet. Die Arbeitslosenrate (nationale Definition) wird für 2009 mit 7,4 Prozent prognostiziert und für 2010 mit 8,2 Prozent.

Bei der Teuerung wird bis Jahresende eine kontinuierliche Zunahme erwartet. Ab Oktober nehme der bisher inflationsdämpfende Einfluss des Ölpreises kontinuierlich ab und die verbesserten Konjunkturerwartungen würden einen erneuten Rückgang der Rohstoffpreise verhindern. Die Inflationsrate werde bis zum Jahresende auf rund 1 Prozent steigen. Im Jahresdurchschnitt 2009 wird ein Anstieg der Verbraucherpreise um 0,4 Prozent erwartet, für 2010 um 1,2 Prozent. Für die Europäische Zentralbank (EZB) ergebe sich daher kein Handlungsbedarf, der Leitzins werde noch bis Ende 2010 auf dem aktuell tiefen Niveau gehalten werden. (APA)

 

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