Rund 700 betroffene Opfer in Österreich

15. Oktober 2009, 13:19
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Millionen Dollar-Gewinne für Täter - Der Großteil der gefassten Menschenhändler in Österreich stammt aus Österreich - Selten kann den Tätern der Menschenhandel nachgewiesen werden

Wien - In Österreich sind etwa 700 ausländische Minderjährige und Erwachsene von Menschenhandel betroffen, schätzt die heimische "Task Force Menschenhandel". 2,4 Millionen Personen werden weltweit pro Jahr Opfer von Menschenhändlern. Bei etwa 1,2 Millionen davon handelt es sich um Kinder und Jugendliche. Die Ausbeutung und der Zwang zu Prostitution, Straftaten, Bettelei oder Arbeit soll den Banden quer über den Globus einen jährlichen Gewinn von rund 32 Millionen Dollar (21,5 Mio. Euro) bringen. Mehr Geld lukrieren nur Drogen- und Waffenhandel.

2.800 illegale Bordelle in Österreich aufgedeckt

Der Großteil der gefassten Menschenhändler in Österreich stammt aus Österreich (15 Prozent), informiert die Kinderrechtsorganisation Ecpat. In einem Industrieland kann ein Opfer den Tätern pro Jahr 67.200 Dollar (45.158 Euro) bringen, in ärmeren Regionen sind es 10.000 US-Dollar (6.720 Euro), so die Kinderrechtsorganisation Ecpat. Laut dem NGO-Verband macht bei Menschenhandel sexuelle Ausbeutung den größten Anteil (79 Prozent) aus. In den Jahren 2007 und 2008 seien allein in Österreich 2.800 illegale Bordelle aufgedeckt worden.

Nur sechs Verurteilungen im Jahr 2008

Selten kommt die Polizei Menschenhändern auf die Spur, noch seltener kann den Tätern der Menschenhandel nachgewiesen werden. Das Strafausmaß lag zwischen drei Monaten und fünf Jahren, ergab der TIP-Report 2009 (USA). Lediglich sechs Verurteilungen gab es im vergangenen Jahr, ein Jahr zuvor waren es sogar nur zwei Veruteilungen. Neun von 18 Verfahren wurden 2007 eingestellt, ein Verdächtiger wurde freigesprochen. Im Jahr 2007gabe es 85 Verurteilungen wegen grenzüberschreitender Prostitution, 232 Verfahren wurden eingestellt und es gab 30 Freisprüche, so die "Task Force Menschenhandel".

Etwa 200 minderjährige Prostituierte in Österreich

203 Opfer von Frauenhandel wurden vergangenes Jahr vom heimischen Migrantinnen-Hilfsverein Lefö betreut. Zu minderjährigen Prostituierten in Österreich existieren lediglich Schätzungen: Etwa 200 Mädchen und Buben sollen allein in versteckten Bordellen in Wien ausgebeutet werden, schätzte Ecpat im Jahr 2006. Die Organisation "Drehscheibe", die sich um Minderjährige kümmert, betreute im ersten Halbjahr 2009 etwa 30 Menschenhandels-Opfer. 2008 waren es rund 90 Mädchen und Buben. (APA)

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