Zwei Madoff-Opfer ver­klagen US-Börsenaufsicht

15. Oktober 2009, 12:41
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Wegen schwerer Fehler der Behörde

Washington - Zwei Opfer des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff haben die US-Börsenaufsicht (SEC) verklagt. Sie werfen der Behörde, die über Jahre trotz mehrerer Hinweise das Betrugssystem von Madoff nicht aufdeckte, schwere Fehler vor, wie aus der Klageschrift hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch (Ortszeit) vorlag. Die Kläger sind ein Arzt und ein Pensionist, die nach eigenen Angaben durch Madoff rund 2,4 Mio. Dollar (1,6 Mio. Euro) verloren haben.

Die Kläger werfen der SEC "Nachlässigkeit, Inkompetenz, Unerfahrenheit, mangelnde Wachsamkeit und Faulheit" vor. Sie fordern Schadensatz mindestens in Höhe ihrer ursprünglichen Investitionen in das Madoff-System. In einer ersten Reaktion sagte ein Sprecher der SEC, nach der ersten Lektüre der Klageschrift sehe er keine Grundlage für das juristische Vorgehen der Madoff-Opfer.

Die SEC hatte eingeräumt, mehrmals Hinweise auf das Betrugssystem erhalten zu haben. Die Behörde ist allerdings durch einen Immunitätsstatus geschützt, womit es schwer ist, sie juristisch zu belangen. Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Pyramidensystems tausende Anleger um Milliarden Dollar geprellt. Ende Juni wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt. (APA)

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