ÖH an Uni Wien plant Aktionswoche

15. Oktober 2009, 12:27
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Gegen UG-Novelle - Von 16. bis 20. November

Wien - Die Hochschülerschaft (ÖH) an der Uni Wien plant von 16. bis 20. November eine Aktionswoche zur Anfang des Studienjahrs in Kraft getretenen Novelle des Universitätsgesetzes (UG). Bereits davor sollen die Studenten mittels Flyern, Plakaten sowie via Homepage "http://www.schoeneneueuni.at" über die Auswirkungen des neuen UG informiert werden, hieß es bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Kritik übte die ÖH-Spitze an der im UG vorgesehenen Möglichkeit von qualitativen Zugangsbeschränkungen für Masterstudien, der "Verschärfung der Studieneingangsphase" sowie der Bestimmungen zu den Zugangshürden in jenen Studien, in denen in Deutschland ein Numerus Clausus (NC) gilt. Die Novelle habe eine "massive Verschlechterung für die Studenten" gebracht, kritisierte Flora Eder (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) und bedeute eine Absage an ein humanistisches, kritisches und emanzipatorisches Bildungsideal". Im Blickpunkt stünden nur Jobaussichten und "Employability", die Unis würden als Unternehmen und nicht als Ort der kritischen Diskussion gesehen.

ÖH befürchtet Zunahme der "Voraussetzungsketten"

In den Studieneingangsphasen befürchtet Eder eine Zunahme der "Voraussetzungsketten" - also von Prüfungen, deren Bestehen Voraussetzung für das Antreten zur nächsten sind - und damit eine Verschulung. Die Stärkung der Rektorate und Uni-Räte zu Lasten der Senate führe außerdem zu einer Entdemokratisierung. Zugangsprüfungen für bestimmte Fächer wiederum würden Frauen sowie "marginalisierte Gruppen der Gesellschaft" wie Migranten oder Behinderte benachteiligen, meinte Veronika Helfert (Kommunistischer StudentInnenverband/Linke Liste).

Mit der Kampagne gegen das neue UG will die ÖH an der größten Uni des Landes wie beim Kampf gegen die Studiengebühren zeigen, "dass wir ein Thema auch über Jahre am Laufen halten können", betonte Oona Kroisleitner (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ). In den Uni-Gremien wiederum würden die Studentenvertreter dafür lobbyieren, dass die zahlreichen "schwammigen und unklaren Formulierungen des UG" zu Gunsten der Studenten ausgelegt werden.

Begrüßt wird von der linken ÖH-Spitze die Zunahme der Studentenzahlen nach dem De-Facto-Wegfall der Studiengebühren. Das erwartete Plus von 20 Prozent sei angesichts der niedrigen Akademikerquote sogar nicht genug, so Helfert. Wenn die Kapazitäten nicht ausreichten, müsse eben mehr Geld in Bildung investiert werden. (APA)

 

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