Intel weckt Hoffnung

15. Oktober 2009, 09:40
posten

Die guten Ergebnisse nähren die Hoffnung, dass es wieder aufwärts geht

Zwar lagen Umsatz und Gewinn von Intel im jüngsten Quartalsbericht noch um einige Prozentpunkte unter den Ergebnissen des Vorjahres. Aber der weltweit größte Chiphersteller übertraf mit wehenden Fahnen auch hochgesteckte Erwartungen und verzeichnete gegenüber dem Vierteljahr davor das stärkste Wachstum seit langem. So gelten die jüngsten Ergebnisse von Intel, das aufgrund seiner Schlüsselrolle als Indikator für die gesamte Technologiebranche gesehen wird, zusammen mit einer optimistischen Prognose als weiteres Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung.

17 Prozent mehr Umsatz

Das Unternehmen erzielte im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2008 einen Umsatz von 9,4 Milliarden Dollar (6,3 Mrd. Euro), acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber 17 Prozent mehr als im zweiten Quartal - der größte Zuwachs, den Intel in den vergangenen 30 Jahren verzeichnete. Beim Gewinn war der Sprung gegenüber dem Vorquartal mit plus 77 Prozent noch stärker, berücksichtigt man die von der EU verhängte Rekordstrafe von 1,45 Milliarden Dollar nicht; gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank der Gewinn geringfügig von zwei auf 1,9 Mrd. Dollar.

Die guten Intelzahlen lassen auch bei Computerherstellern eine weitere gute Entwicklung erwarten. Denn wachsende Chipverkäufe, die das Herz von PCs sind, gehen wachsenden PC-Verkäufen voraus. Dazu kommt die Markteinführung von Windows 7 am 22. Oktober dieses Jahres, von der eine Ankurbelung der PC-Verkäufe erwartet wird, da viele PC-Benutzer und vor allem Unternehmen das vorangegangene Windows Vista ausließen.

Mehr Notebook- als Netbook-Chips

Die Hoffnung von Intel und der PC-Branche, dass sich die relativ junge und billige Kategorie der Netbooks nicht zulasten von teureren Notebooks etablieren würde, scheint bisher aufzugehen: Der Verkauf "normaler" Notebook-Prozessoren würde stärker wachsen als der von (abgespeckten) Intel-Atom-Chips, die in Netbooks verwendet werden, erklärte Intel-Chef Paul Otellini in einem Gespräch mit Analysten. Obwohl die Atom-Prozessoren billiger sind, hat Intel es geschafft, aufgrund neuer, effizienterer Produktionstechnologien seine Gewinnspanne leicht zu erhöhen.

Die Intel-Aktie, die schon nach der Bilanz des zweiten Quartals stark zulegen konnte, gewann im nachbörslichen Handel fünf Prozent und verstärkte am Mittwoch das Interesse auch an anderen Chipherstellern. (spu/ DER STANDARD Printausgabe, 15. Oktober 2009)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Intel-CEO Paul Otellini zeigte im September stolz die neueste Produktionstechnik von Intel. Das ermöglicht dem Konzern, Gewinne trotz sinkender Chippreise zu halten.

Share if you care.