Quelle droht endgültiges Aus

15. Oktober 2009, 11:13
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Ein Überleben des insolventen Versandhauskonzerns wird im­mer unwahrscheinlicher, die Entschei­dung fällt noch im Oktober

Düsseldorf - Der Verkauf des insolventen Versandhändlers Quelle soll in den kommenden zwei Wochen besiegelt werden. "Eine Entscheidung über die Zukunft von Quelle wird noch im Oktober fallen", kündigte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Donnerstag an. "Dies gilt sowohl für Quelle Deutschland als auch die Quelle-Gesellschaften in den Wachstumsmärkten Mittel- und Osteuropas."

Ein Sprecher der Insolvenzverwaltung machte deutlich, dass es nach wie vor nicht die Absicht sei, die Arcandor-Versandhandelssparte Primondo rund um Quelle in Teilen zu verkaufen. Interessenten könnten weiter nur für den ganzen Konzern bieten. Zu Primondo zählen neben der Traditionsmarke Quelle auch Spezialversender wie "Bogner Homeshopping", "mirabeau", "Hess Natur" und "Baby-Walz" sowie der Fernseh-Shopping-Kanal HSE 24.

Der Beauftragte Görgs für den Versandhandel, Jörg Nerlich, bekräftigte, dass nach wie vor vier Bieter am Verfahren beteiligt seien. Sie hätten für die "Wirtschaftlichkeitsprüfung des Primondo-Verbunds viel Geld in die Hand genommen". "Kein einziger der ernsthaft interessierten Investoren hat sich bisher offiziell aus dem Prozess zurückgezogen", sagte Nerlich. Zu Namen äußerte er sich nicht. Zuletzt war unter anderem der Investor Sun Capital gehandelt worden, der Arcandor vor Jahren den Versender Neckermann abgekauft hatte.

Bedingungen für eine Übernahme

Auf die Interessen der Bieter werde so weit wie möglich Rücksicht genommen, ergänzte Nerlich. Die Vorbereitungen für die Frühjahr/Sommer-Saison würden auf das Notwendigste beschränkt, um Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten. Quelle-Betriebsratschef Ernst Sindel hatte am Vortag gesagt, Kataloge, Werbemittel und Sortimentsgestaltung müssten eigentlich bis November stehen. Er geht von drei ernsthaften Bietern aus.

Die Bieter stellen Bedingungen für eine Übernahme. Alle dringen darauf, den Abbau von 3.700 der 10.500 Stellen noch vor dem Verkauf abzuschließen, wie es von der Insolvenzverwaltung heißt. Nerlich hat sich für den Abbau von gut einem Drittel der Arbeitsplätze eigentlich bis Jänner Zeit gegeben. Die Investoren erwarteten vor einem Vertragsabschluss auch Lösungen zur Vorfinanzierung von Kundenforderungen, die Ratenzahlung erst möglich macht, bekräftigte Görg. Die Vereinbarung mit der Hausbank Valovis läuft nur bis Jahresende. Auch erwarteten die Bieter Verhandlungsergebnisse mit der Deutsche-Post-Tochter DHL, die das große Logistikzentrum von Quelle in Leipzig betreibt, sowie den IT-Dienstleistern. (APA)

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    Die Entscheidung über die Zukunft von Quelle naht.

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