Homophober Bürgermeister enthüllt Denkmal für Schwulen-Ikone

15. Oktober 2009, 11:37
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"Grotesk": Juri Luschkow hat Homosexuellenparaden verboten und als "satanisch" bezeichnet, nun war er an Hillary Clintons Seite bei Würdigung Walt Withmans aktiv

Moskau - Im Beisein des für seine Homophobie bekannten Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow hat US-Außenministerin Hillary Clinton in der russischen Hauptstadt eine Statue des US-Dichters Walt Whitman, einer Ikone der Schwulenbewegung, enthüllt.

Bei der feierlichen Veranstaltung rühmte Luschkow am Mittwoch die "vom Geist des amerikanischen Optimismus" durchdrungene Poesie des bekannten Dichters des 19. Jahrhunderts, der unter anderem für seine sinnlichen Beschreibungen des männlichen Körpers bekannt ist.

Ein Organisator von Homosexuellen-Veranstaltungen in Moskau hatte die Teilnahme Luschkows an der Enthüllung der Statue zuvor als "grotesk" bezeichnet. Der Bürgermeister hat bereits mehrere Paraden in Moskau verbieten lassen und Homosexuelle mitunter als "satanisch" beschimpft.

Die Whitman-Statue steht auf dem Gelände der Staatlichen Universität Moskau. Für ihre Errichtung hatte eine in Washington ansässige US-russische Kulturvereinigung Spenden gesammelt. (APA/Ag.)

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    Außenministerin Hillary Clinton, Russlands Außenminister Sergey Lavrov (rechts) und Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow (links) bei der Enthüllung der Walt Whitman-Statue.

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