Spanien: Anklage gegen Piraten

14. Oktober 2009, 18:47
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Somalier fordern Lösegeld, Regierung verweigert dieses

Madrid/Mogadischu/Granada - Somalische Piraten forderten am Mittwoch für die unter ihrer Gewalt stehende Besatzung des spanischen Frachters "Alakrana" 2,7 Millionen Euro Lösegeld. Außerdem sollten die spanischen Kriegsschiffe aus ihren Gewässern abziehen. Sollten erneut Befreiungsversuche erfolgen, würde man mit dem Töten der 36-köpfigen Besatzung beginnen.

Während Spaniens Verteidigungsministerin Carme Chacón "keinen Drohungen nachgeben" will, kritisiert Soraya Sáenz de Santamaría, Mediensprecherin der oppositionellen Volkspartei: "Die Regierung gefährdet die Leben der Besatzung."

Die Forderungen der Piraten folgten auf die Anklageerhebung gegen zwei in Spanien inhaftierte Piraten am Dienstag in Madrid. Ihnen wird vorgeworfen, vor knapp zwei Wochen die "Alakrana" im Indischen Ozean gekapert zu haben. Ihnen drohen insgesamt 200 Jahre Haft wegen bewaffneten Raubes, Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation und Entführung.

Im Zuge der Einvernahme der beiden Piraten wurde bekannt, dass sie für umgerechnet 1700 Euro "Lohn" pro Kopf und im Auftrag der seit 20 Jahren existierenden Piratenorganisation Burcad Badeed ("Meeresbanditen") gearbeitet hätten. Einer der Inhaftierten gab an, minderjährig zu sein, sein Alter wurde jedoch auf 19 Jahre geschätzt. Der zweite Somalier, der bei der Befreiungsaktion angeschossen wurde, befindet sich in einem Madrider Spital. Beide plädieren auf "nicht schuldig".

Deutsche versenkten Boote

Die deutsche Bundeswehr meldete am Mittwoch, zwei mutmaßliche Piratenschiffe bei den Seychellen versenkt zu haben. (jam/DER STANDARD, Printausgabe, 15.10.2009)

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    Einer der beiden in Spanien inhaftierten Piraten bei seiner Ankunft nahe Madrid, wo er einvernommen wurde.

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