Ich hab's satt, meine Herren!

14. Oktober 2009, 18:43

Wollen Khol und Blecha als Nächstes eine immerwährende Pensionserhöhung von fünf Prozent in Verfassungsrang? - Ein Aufschrei der Empörung über die jüngsten Forderungen der Pensionistenverbände - Von Marie Ringler

Seit Jahrzehnten halten großkoalitionäre Lobbyisten unser Land im Würgegriff gefangen. Und fast alle Parteien haben sich angesichts demografischer Realitäten den Wünschen der Seniorenverbände ausgeliefert. Erst in den letzten Tagen wurde dies einmal mehr deutlich:

Inmitten der schwersten wirtschaftlichen Krise seit Ende des 2. Weltkrieges feiern sich Blecha und Khol im Parlament ab und erstaunen mit immer frecheren Forderungen. Schon sehen sie sich als fünften Sozialpartner, kommt als nächstes vielleicht die immerwährende Pensionserhöhung von 5 Prozent in die Verfassung?!

PensionsempfängerInnen haben derzeit beste Chancen zwischen 1,5 und 1,9 Prozent Pensionserhöhung einzusacken. Wohlgemerkt, alle PensionistInnen, nicht nur jene mit den niedrigsten Pensionen, die knapp an der Armutsgrenze leben. Nein, wenn es nach dem Duo Infernale Khol/Blecha geht, dann sollen auch die Bezieher der Höchstpension, also zum Beispiel sie selber, mehr bekommen.

Wir, die wir diese Pensionen finanzieren, leben gleichzeitig in der Realität der neuen Arbeitswelt, die viele existenziell bedroht (Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder - so wie bei vielen Junge - keine Chance auf den ersten Job).

Die aktuelle Krise erlebt die Nachkriegs-Generation als konjunkturbedingten Abschwung. Die Jungen kennen den Aufschwung erst gar nicht. Denn für viele Unter-Dreißigjährige hat die Krise schon lange vor dem Untergang von Lehman Brothers begonnen: für die in Sonder- und Hauptschulen abgeschobenen Migrantenkinder, für die armutsgefährdeten Kinder von Alleinerzieherinnen, selbst für gut ausgebildete UniversitätsabsolventInnen der Generation Praktikum. Und Egon Blum, ehemaliger Lehrlingsbeauftragter der Bundesregierung, meinte kürzlich: "Es herrscht Notstand auf dem Lehrstellenmarkt." Und so erleben Junge Andreas Khols Sager "Wir werden euch die Butter nicht vom Brot wegessen" nur als Chuzpe, denn wer kein Brot hat, der kann sich erst recht keine Butter draufschmieren.

Statt unsere Zukunft zu verkaufen, muss die Bundesregierung endlich die Zeichen der Zeit und nicht der größten Wählergruppen erkennen: Ein faires Pensionssystem ermöglicht allen ein menschenwürdiges Leben durch eine Grundsicherung und eine gedeckelte Erwerbspension. Hochsubventionierte Höchstpensionen gehören dann der Vergangenheit an, und Armut im Alter ist abgeschafft.

Umfragen zeigen, dass junge Menschen schon lange nicht mehr daran glauben, auch eine staatliche Altersvorsorge zu bekommen. Nur 12 Prozent aller unter 25 Jährigen glauben, dass sie jemals die für die (meisten) heutigen Pensionisten Selbstverständlichkeit einer existenzsichernden Pension erhalten werden. An diesem massiven Vertrauensverlust sind die SeniorInnenvertreter und die Politik der letzten Jahre schuld. Mit allen Tricks (SeniorInnen-Index und Co) und vor allem dem Argument der WählerInnen-Demografie haben sie den Bogen überspannt. Statt sich um Menschen in Armut zu kümmern, und ausgleichende Politik für alle zu machen, verspielen sie den budgetären Spielraum kommender Generationen. Und das merken die Jungen. Denn wenn wir in Österreich auch keine Lobby haben, auf den Kopf gefallen sind wir auch nicht. (Marie Ringler, DER STANDARD, Printausgabe, 15.10.2009)

Marie Ringler (35) ist Landtagsabgeordnete der Grünen Wien.

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    Posting 1 bis 25 von 251
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    alte frau
    00
    18.10.2009, 14:52

    eine gute polemik!
    blecha und kohl rauben unsere zukunft!

    -joB
    01
    17.10.2009, 01:53

    Marie Ringler versucht sich also in der Polemik.

    Wie wär´s mit einer viferen Kulturpolitik?

    evamacon
    00
    3.11.2009, 18:26
    In der Kulturpolitik

    ... hat sie ja nicht wirklich etwas weitergebracht und daher gibt sie dieses Ressort auch ab.

    johannes stadler
     
    00
    16.10.2009, 19:34
    warum bekommt nicht jeder eine genaue Aufstellung wie viel er in das System einbezahlt hat

    wäre doch mittlerweile kein Problem ganz genau aufzulisten wann,
    *man wie viel selbst einbezahlt hat
    *wie viel der Dienstgeber einbezahlt hat (bei Beamten fiktive Zahlungen auf Basis des ASVG)

    tut das so, als ob das wirklich eine Versicherung ist (und kein Pyramidenspiel, das uns irgendwann um die Ohren fliegt) und rechnet fiktive Zinsen auf Basis der Bundesanleihenverzinsung
    und rechnet dann hoch, wie viel Anspruch tatsächlich aus Eigenleistungen erworben wurde.
    Dann kann man auch ganz genau errechnen, wie hoch der Pensionsanspruch mit dem gewünschten Pensionanstrittsalter ist
    Und sobald jemand Ansprüche in der Höhe erworben hat, dass er dem Staat nicht zur Last fällt (z.B. 2.000€), darf er/sie in Pension gehen - auch vorzeitig

    naihoit
    00
    warum bekommt nicht jeder eine genaue Aufstellung wie viel er in das System einbezahlt hat

    Weil es viele gesamtgesellschaftlich sehr wichtige Leistungen gbt, die nicht in barer Münze abgerechnet werden können.
    So hat z.B. meine Mutter viele Jahre lang auf ein eigenes Einkommen verzichtet, um sich um uns kümmern zu können. Und hat damit natürlich auch nichts einbezahlt.
    Dafür sind wir (3 Kinder) heute gut ausgebildet, integriert, unbescholten und leisten unseren Beitrag zum allgemeinen Wohlergehen.
    Wie würden Sie das beziffern?

    evamacon
    00
    3.11.2009, 18:30
    Gute Idee

    Habe mir auch schon des öfteren gedacht, ob ich noch so alt werde, daß ich das, was ich im Laufe von Jahrzehnten an Steuern bezahlt habe, auch wieder herausbekomme ...

    Yaketi Yak
    02
    16.10.2009, 18:23
    Radikalreform!

    Warum zahlt man nicht jeder/m Österreicherin/in eine Grundsicherungs-Pension von, sagen wir, EUR 1200.- aus, für alle gleich, und überlässt den Rest privater Vorsorge, die jed/r nach freiem Ermessen und Leistungsvermögen gestalten kann (so er/sie will)?

    Das würde einerseits alle jene entlasten, die mit weit geringeren Mindestpensionen dahinvegitieren (oft von ihrer Vita her unverschuldet oder benachteiligt). Und würde andererseits die fragwürdigen Pensions-Pründe, die sich manche auf Kosten der Allgemeinheit "wohl erworben" haben, einbremsen bzw. verhindern. Hm?

    Der "Generationenvertrag" bzw. die Pensions"versicherung" nach heutigem Muster ist doch sowieso eine Farce (um nicht das schlimmere Wort "Betrug" in den Mund zu nehmen).

    johannes stadler
     
    01
    16.10.2009, 19:09
    Eine Deckelung gehört auf alle Fälle her.

    das beseitigt vielleicht die ungerecht hohen Beamten- und Politikerpensionen.

    aber das Sozialschmarotzertum wird leider damit massiv gefördert!!

    Und die Frühpensionisten erhalten dann das gleiche wie all die Deppen, die wirklich bis zum 65iger arbeiten gehen.

    Der wirkliche Depp ist der, der brav arbeiten geht, nie arbeitslos ist (bitte nicht behaupten, dass könne man sich nicht aussuchen - das trifft leider nur auf einen Teil zu; ein Teil sucht sich die maximal mögliche Arbeitslosigkeit sehr wohl aus) und viel ins Pyramidenspiel einzahlt.

    Der Konterspieler
     
    10
    16.10.2009, 16:21
    Gemma Marie

    mit die opidn kaunstdas ruhig verscherzen.
    die wöhn eh net grün.

    gerichtl. beeid. sachverständige f. blöde frisuren
     
    01
    16.10.2009, 15:11
    ein interessantes "wir"

    "Wir, die wir diese Pensionen finanzieren, leben gleichzeitig in der Realität der neuen Arbeitswelt, die viele existenziell bedroht (Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder - so wie bei vielen Junge - keine Chance auf den ersten Job)."
    ich wußte gar nicht, dass gemeinderätinnen und -räte aus der gehobenen mittelschicht existenziell bedroht sind. ich bin traurig, zornig und betroffen!

    Kohlhaas1
    114
    15.10.2009, 19:14
    Ein Grund für jeden alten Menschen diese Hetzerin samt ihrer Partei nicht zu wählen.

    Unerheblich ob Krise oder nicht. Es besteht ein Vertrag zwischen den Schichten der Gesellschaft .
    Im Vertrauen auf diesen Vertrag hat man eingezahlt. Man vertraute im Alter nicht zu verarmen.
    Und jetzt? Nur weil es einigen Populisten, die sich und ihren Klüngel gerne jugendlich präsentieren politisch opportun scheint, hetzt man Junge gegen die Alten! Was kommt als Nächstes ? Verbot zu wählen mit erreichen des Pensionsantrittes ?
    Die Dame hätte mit ihrer Hetze gut zu bestimmten Schergen von vor 70 Jahren gepasst.
    Die Pensionen müssen automatisch an die Teuerung angepasst werden! Seit zehn Jahren gibt es kaum Erhöhungen dafür aber jedes Jahr 3% Inflation = 30% Pensionsminderung in 10 Jahren! Demgegenüber verloren die Löhne nicht an Wert !

    Tschuri Cazzino
     
    00
    18.10.2009, 20:59
    Hätten Sie den Artikel, zu dem Sie posten verständig gelesen,

    so hätten Sie erkannt, dass darin ausdrücklich gefordert ist, dass die Altersarmut abzuschaffen wäre. Das geht natürlich nicht, wenn Sie auf Ihre vermeintlich wohlerworbene Pension in einer Höhe, die Sie niemals durch Ihre Beiträge finanziert haben, beharren.

    Ihre Behauptung die Pensionen wären in den letzten 10 Jahren real um 30 % gesunken ist ebenso hanebüchen, wie die Behauptung dass die Löhne nicht im gleichen Ausmaß betroffen gewesen wären.

    Der Seher
    01
    16.10.2009, 13:46
    da ist die eigennutzgeneration aufgeschreckt, gell ja!

    wenn sie schon pflichten der jungen mit den pflichten der jungen von früher vergleichen, dann vergleichen sie auch den wohlstand der alten mit dem wohlstand der alten von damals.

    spoiled ballot
    02
    16.10.2009, 08:34
    ob 2% oder 3% ist für die mindestpensionisten egal, weil es ohnehin zuwenig ist

    deshalb ist die forderung nach einer grundverdorgung mit deckelung sinnvoll, und kommt mehr pensionisten zu gute.

    bestehen auf den generationsvertrag in heutiger form ist einfach realitätsverweigerung auf kosten der alllgemeinheit.

    johannes stadler
     
    00
    16.10.2009, 19:57

    die Inflationsraten lagen zwischen 0% (aktuell innerhalb der letzten 12 Monate) und 3% in den letzten Jahren und wurden sehr wohl abgegolten.

    Das heißt die Lebenshaltungskosten steigen um diesen %-Satz und die Pensionen werden lt. gesetzlicher Regelung um genau diese Steigerung angehoben.

    Die Herren und Damen Politiker, die kaum etwas ins System eingezahlt haben und megamäßig abcashen und die 10x mehr bekommen als der/die DurchschnittspensionistIn hat leider auch 10x mehr Euros aus dieser Erhöhung in der Tasche.

    hast1
    12
    15.10.2009, 23:25
    "Unerheblich ob Krise oder nicht."

    danke, daß sie das gleich am anfang geschrieben haben. da spart man sich gleich das weiterlesen.

    übrigens:

    für arbeitende menschen ist die krise auch unerheblich.
    ihren job verlieren sie aber trotzdem.

    für den finanzminister ist die krise auch unerheblich.
    aus unerfindlichen gründen kommt aber weniger geld rein.

    ...

    maxfax
    12
    15.10.2009, 19:24
    Wieviel haben...

    ...Sie Zeit Ihres Arbeitslebens einbezahlt (plus dessen Zinsen) und wieviel würden Sie bei Ereichen der Ihnen durchaus hoch zu wünschenden Lebenserwartung ausbezahlt kommen???

    EBEN!!!

    Also erzählens uns nicht irgendeinen Schwurbel von wegen und Generationenvertrag - eine einzige Vera*sche ist der nämlich!

    B. Osnigl
    22
    15.10.2009, 23:15
    Eine reine Milchmädchenrechnung...

    ...die noch dazu völlig unnötig ist. In einem Gemeinwesen wie dem unseren, dessen Wohlstand ständig steigt, ist es nämlich eine Selbstverständlichkeit, dass - egal nach welchen Modellen - all jene Mitmenschen erhalten werden *können*, die kein eigenes Einkommen haben, egal ob es sich um Kinder, Jugendliche, Studierende, Pensionisten oder sonstwie Erwerbslose handelt.

    Sollte ein solch reiches Gemeinwesen plötzlich vermeinen, dass es sich das nicht mehr leisten kann, wäre dringend darüber nachzudenken, wohin der anerkanntermaßen steigende Wohlstand eigentlich verschwindet. Die Jugend könnte ja vielleicht schon rein aus eigenem Interesse einmal darüber nachdenken.

    PS: Habe 40 Jahre SV-Beiträge entrichtet, 10 weitere noch vor mir...

    Tschuri Cazzino
     
    01
    18.10.2009, 21:11
    Mag sein, dass Ihr persönlicher Wohlstand in den

    letzten 10 Jahren gestiegen ist, für den fiktiven Durchschnittsösterreicher ist er es nicht, und schon gar nicht für jenen immer größer werdenden Anteil der unter dem arithmetischen Durchschnitt liegt, weil der Reichtum der Reichen explodiert und die Armen beständig Ärmer werden.
    Des weiteren halte ich die geleisteten Sozialbeiträge und Steuern für irrelevant, was eine gerechte Bezug von Sozialleistungen anlangt. Die Herren Grasser, Böhm, Ötsch & Konsorten konnten überdurchschnittlich viel einzahlen, weil Sie schon in ihrer aktiven Zeit ausschließlich zu Lasten anderer immens verdienten. Lassen Sie sich nicht am Schmäh von der Leistungsgesellschaft halten von diesen Herren und ihren Politvasallen.

    maxfax
    03
    16.10.2009, 00:06
    Darf ich vermuten...

    ...daß Sie mich falsch verstanden haben? Mein Punkt war jener, daß gnä' Vorposter, so er kurz vor der Pension steht mit ziemlicher sicherheit wesentlich weniger ins System eingezahlt hat, als er, ob seiner zwischenzeitlich vehement gestiegenen Lebenserwartung und seiner vermeintlich "wohlerworbenen" Ansprüche bis zu seinem, hoffentlich noch sehr fernen Lebensende herauszubekommen gedenkt.

    Anstatt sich in Floskeln zu ergehen wäre uns allen sehr damit geholfen, wenn er oder Sie mir konkrete Erklärungsversuche bringen könnten, wie sich so etwas hinten oder vorne ausgehen soll?

    Kohlhaas1
    01
    15.10.2009, 20:06
    Klar , diejenigen , die jetzt zahlen sollen, versuchen nun mit jedem Mittel die lästige Pflicht loszuwerden.

    Ich bin im Übrigen noch für viele Jahre Zahler.
    Und ich habe , wie Jeder , pensionierte Verwandte für die ich mitzahle.

    maxfax
    02
    15.10.2009, 20:24
    War nur in einem...

    ...einzigen Huster irgendwo eine Andeutung, daß es darum geht die Beiträge zu reduzieren?

    santiago nasar
    00
    15.10.2009, 17:50
    außerdem find ich

    den banner auf seite zwei gut: jungunternehmertag.

    WAKU
    11
    15.10.2009, 17:42
    unsinnige Polemik

    An Alle Junge und Junggebliebene:
    1.) Jede Lobby vertritt Ihre Interessen.
    2.) Alle waren mal Jung und haben Ihre Oldies finanziert
    3.) Jede Generation mußte sich Ihre Perspektiven schaffen.
    4.) Auch die Jüngsten werden halt auch irgendwann alt.
    5.) Jung gegen alt auszuspielen ist blöd.
    5a) Auch die AutorIn könnte alt werden,oder will sie´s nicht?

    Der Seher
    01
    16.10.2009, 13:40
    völlig sinnlos

    sie antworten äpfel auf die frage nach birnen.
    es geht nicht drum ob alte heute verorgt werden oder in der vergangenheit. es geht darum, dass die gesellschaft auseinanderdriftet. die zukunftssicheren wachstumsjahre sind vorbei. und die die immer nutzniesser des aufschwungs waren, wollen nun im abschwung den rest aus der zitrone quetschen. auf kosten von anderen.

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    Posting 1 bis 25 von 251
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