Jukic-Klub klagt Wiener Verband

14. Oktober 2009, 18:15
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Der im Vorjahr erfolgte Ausschluss wird vor Gericht bekämpft, WAT verlangt Sicherheiten

Wien - Der Schwimmclub Austria hat den Wiener Verband vor dem Landesgericht für Zivilrechtssachen geklagt. Streitwert: 25.000 Euro. Der von Trainer Zeljko Jukic und dem Anwalt Thomas Krankl vertretene Verein begehrt, dass der am 4. Dezember des Vorjahres vom geschäftsführenden Vorstand des Verbandes "gefasste Beschluss, dass der Verein "Schwimmclub Austria Wien ausgeschlossen wurde" , unwirksam werde und der SC Austria somit weiterhin "mit allen Rechten und Pflichten Mitglied" des Landesverbandes sei.

Jukic selbst wollte sich dazu nicht äußern, verwies auf Krankl. Dann beschwerte sich der 51-Jährige doch darüber, dass die seit einem Jahr anhängige Streitsache mit dem Verband inzwischen vor dem Unabhängigen Schiedsgericht gelandet und statutenwidrig nicht innerhalb von 30 Tagen entschieden wurde. Krankl: "Wir nutzen die vom Vereinsgesetz vorgesehene Möglichkeit, nach sechs Monaten vor ein Gericht zu ziehen."

Der Präsident des Verbandes, Bernhard Holzer, schiebt die Verzögerung der Politik in die Flossen. Die ehemalige Sportstadträtin Grete Laska ersuchte den Verband, mit dem endgültigen Entscheid zu warten. Denn Laska hatte sich beim WAT, einem multisportiven Verband und Teil des der SPÖ zugerechneten Sport-Imperiums, für eine Aufnahme der Familie Jukic verwendet. Auch diese Geschichte schleppt sich seit Juli dahin, und der Mediator, WAT-Vizepräsident Gerhard Scherbaum, scheint des Wartens inzwischen müde: "Wir haben von Jukic Unterlagen über den SC Austria verlangt, damit wir keine unangenehmen finanziellen Überraschungen erleben. Aber er hat sie bis jetzt nicht geliefert."

Reduktion auf Wesentliches

Jukic/ SC Austria müssten vor der Aufnahme außerdem eine Erklärung unterschreiben, die den WAT von eventuell auftauchenden Problemen aus der Austria-Vergangenheit freistellt. Scherbaum wäre dann Präsident. Jukic müsste sich völlig auf die Betreuung der Sportler reduzieren.

Der SC Austria war wegen verbandsschädigenden Verhaltens von Zeljko Jukic und anderen Mitgliedern ausgeschlossen worden. Nicht erst seit diesem Zeitpunkt fühlt sich der Trainervater von Neidern auf die Erfolge seiner Arbeit mit Tochter Mirna und Sohn Dinko verfolgt. Die Wickel waren in einer Sitzung des Verbandes explodiert, in der Jukic von einem genervten Verbandsfunktionär beschimpft wurde. Der Funktionär wurde dafür zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. (Johann Skocek - DER STANDARD PRINTAUSGABE 15.10. 2009)

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