Journalistinnen: Ja zur Quote

14. Oktober 2009 17:05

Studie zum Journalistinnenkongress über Medienarbeiterinnen und Krise

"Die Krise ist angekommen": Silvia Ettl-Huber von der Donau-Uni Krems präsentierte beim Journalistinnenkongress Einschätzungen zur Job-Situation angestellter und freier Journalistinnen sowie PR-Fachfrauen. 50 Prozent der Frauen (gesamt 114) in Medienbetrieben haben in den vergangenen Monaten Einsparungen miterlebt, 81 Prozent der 202 befragten Frauen sehen Auswirkungen der Krise auf die journalistische Qualität. 104 Personen nannten "weiterarbeiten wie immer" als Maßnahme gegen die Krise, 25 überlegen einen Branchenwechsel, und 71 bilden sich weiter.

Die Chancen von Frauen schätzen 61 Prozent der Befragten gleich hoch ein wie vorher. 15 Prozent sehen bessere Chancen. Ernüchternd die Begründungen: weil sie billiger, fleißiger und flexibler sind. Das Thema des Tages, die Frauenquote für Medien, wurde im Vorfeld der Veranstaltung von 103 Frauen (51 Prozent) befürwortet. 30 Frauen wollten abwarten, und 69 Befragte waren dagegen.

Über "Karriere:jetzt" diskutierten beim Kongress Karriere-Ressortleiterinnen. Karrieren-STANDARD-Chefin Karin Bauer glaubt nicht, dass Frauen jetzt verstärkt ausgesiebt werden. (kuf, DER STANDARD; Printausgabe, 15.10.2009)

Zum Thema
ORF-Frauenquote spaltet VP - 45 Prozent Frauenanteil soll das neue ORF-Gesetz garantieren, verspricht Frauenministerin Heinisch-Hosek - Die VP ist uneinig, Grüne begrüßen die Quote, die FPÖ lehnt ab

Kommentar posten
11 Postings
emerson
16.10.2009 16:03
quote - wozu?

werte leser und poster: befördert eure kolleginnen an die spitze der abteilung, fordert gehaltserhöhungen für sie ein, lasst über sie berichten... dann braucht's keine quoten! denn solange frauen nicht über 50% der führungspositionen, 50% der einkommen, 50% der medialen präsenz und 50% der öffentlichen wahrnehmung verfügen, müssen quoten helfen, dieses mißverhältnis aufzuheben.

der schalldämpfer
15.10.2009 14:27

Ich empfände es als armselig, einen Job nur wegen einer Quote zu bekommen und nicht durch fachliche Qualifikation und Erfahrung.

Und in der Medienbranche halte ich Quoten sowieso lächerlich, da genau in diesem Geschäft die Frauen mindestens die Hälfte der Mitarbeiter stellen.

Mehr Mut, die Damen! Kompetente Frauen sind noch viel attraktiver als oberflächlich Schöne.

emerson
16.10.2009 16:09

so ein glück, dass die meisten jobs in führungspositionen aufgrund des kleinen dings, das den unterschied macht, vergeben werden. das nennt sich geschlechts-privileg. an fachlicher qualifikation mangelt es den meisten frauen überhaupt nicht, ganz im gegenteil. meistens sind die weiblichen kandidatinnen besser qualifiziert. daher: ja zu quote, weil die qualität eh stimmt!

der schalldämpfer
16.10.2009 20:06

Dings-kontrolle beim bewerbungsgespräch wär was ganz Neuen

anton-aus-tyrol
 
15.10.2009 14:03
Journalisten:

Ja zu Qualität statt Quote!

Lethawae
15.10.2009 12:43

Quote ist wichtig für Leute, die weder Talent noch den Willen besitzen, sich durch harte Arbeit etwas anzueignen.

Little Willy
15.10.2009 11:58
Reporter ohne Grenzen vermelden


dass über 90 Prozent der getoteten Journalisten weltweit Männer sind. Die gehen nun mal höhere Risiken ein um die Nachrichten zu bringen die sonst niemand bringen würde.

Quote ...

Lethawae
15.10.2009 14:09

Mieeeeeep!
Falsche Schlussfolgerung.
Selbstverständlich bedeutet diese Tatsache, daß Frauen wesentlich besser auf sich aufpassen können, meldet dieStandardIn.

Little Willy
16.10.2009 00:26
Ja, die nehmen früher Deckung

Meist schon in der Heimat.

ich glotz nicht
15.10.2009 09:32

Vielleicht sollte man zumindest erwähnen, dass diese "Studie" eine Online-Befragung war. Die Repräsentativität lässt sich auch nicht wirklich beurteilen und wird nirgends erwähnt.

Auch der Titel des Standard-Berichts dazu ist fraglich: nicht die Journalistinnen sagen "Ja zur Quote", sondern das Umfrageergebnis. Und die Fragebögen wurden ja auch von Männern beantwortet, nicht nur von Frauen. Oder wurden die eingegangen Antworten von Männern gleich wieder in den Kübel geschmissen? Wenn ja: wozu befragt man sie dann?

kmmm
15.10.2009 09:22
wenn ich mich nicht anstrengen muss,

weil mir ohnedies die quote einen platz sichert, wäre ich auch dafür.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.