"Eine von fünf" wandert ins Juridicum

15. Oktober 2009, 11:30
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Interdisziplinäre Ringvorlesung zum Thema Gewalt an Frauen mit neuem Standort

Wien - Eine von fünf Frauen ist laut Schätzungen in Österreich von Gewalt durch einen nahen männlichen Verwandten, Freund oder Bekannten betroffen. "Eine von fünf" ist auch der Titel einer interdisziplinären Ringvorlesung, die in Kooperation mit Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Sauer bereits fünfmal am Institut für Politikwissenschaft stattgefunden hat und die nun, im Wintersemester 2009/10, erstmals am Juridicum der Universität Wien stattfindet.

Die Lehrveranstaltung wird von Ass.-Prof.in Dr.in Katharina Beclin in Kooperation mit dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser veranstaltet. Mittwochs 18 Uhr referieren namhafte WissenschafterInnen und ExpertInnen aus der Praxis, die Themen reichen von Begriffdiskursen zu "Gewalt" und "Opfer", Migrantinnen und Gewalt, Mulitkulturalität und Frauenrechte bis zur Evaluierung des österreichischen Gewaltschutzgesetzes und der UN-Frauenrechtskonvention CEDAW.

"Wissensvermittlung zu sensiblem Themengebiet"

Lehrveranstaltungsleiterin Ass.-Prof.in Dr.in Katharina Beclin vom Institut für Strafrecht und Kriminologie zeigte sich erfreut über die Zusammenarbeit zwischen Universität und einer NGO: "Erst die enge Kooperation mit der Praxis macht es uns möglich, Studierenden ein fundiertes Wissen über dieses sensible Themengebiet zu vermitteln, das über die herkömmlichen Inhalte des Jus-Studiums hinausgeht, aber eine aus meiner Sicht sehr wichtige Ergänzung darstellt."

"Weitere Verbündete gefunden"

Im Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, der als Dachorganisation der österreichischen Frauenhäuser seit mehr als 20 Jahren Präventionsprojekte zur Verhinderung von geschlechtsspezifischer Gewalt durchführt, ist man überzeugt, dass der universitären Lehre und Forschung eine bedeutende Rolle zukommt, wenn es darum geht, so genannte häusliche Gewalt zu bekämpfen. Mit Beclin habe der Verein eine weitere Verbündete gefunden, so Geschäftsführerin Maria Rösslhumer.

"Die Ringvorlesung verschränkt Theorie und Praxis und soll den Studierenden einen Einblick in die tägliche Arbeit mit Frauen und Kindern geben, die von Beziehungsgewalt betroffen sind", so Rösslhumer weiter. JuristInnen hätten in vielen Bereichen des Opferschutzes eine tragende Rolle und sollten deshalb informiert sein, wie sich Gewalt auf die Opfer auswirkt und welche Dynamik für Gewaltbeziehungen charakteristisch ist. "Dieses Wissen kann helfen, in den verantwortungsvollen Positionen der Justiz die richtigen Entscheidungen zum Schutz der Opfer zu treffen", ist sich Rösslhumer sicher. Das habe auch die mittlerweile langjährige Kooperation zwischen Exekutive und Opferschutzeinrichtungen bewiesen. (red)

Link

Vorlesungsprogramm im Internet bei den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern

  • JuristInnen haben in vielen Bereichen des Opferschutzes eine tragende
Rolle und sollten deshalb informiert sein, wie sich Gewalt auf die
Opfer auswirkt und welche Dynamik für Gewaltbeziehungen
charakteristisch ist.
    foto: logo eine von fünf

    JuristInnen haben in vielen Bereichen des Opferschutzes eine tragende Rolle und sollten deshalb informiert sein, wie sich Gewalt auf die Opfer auswirkt und welche Dynamik für Gewaltbeziehungen charakteristisch ist.

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