Dokumente über katholische Kirche in NS-Zeit zugänglich

14. Oktober 2009, 12:35
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Nuntiaturberichte aus Deutschland im Internet veröffentlicht, beginnend mit dem Jahr 1933

Frankfurt/Main - Das Deutsche Historische Institut (DHI) in Rom hat damit begonnen, die Nuntiaturberichte, also die Berichte des päpstlichen Gesandten, aus dem nationalsozialistischen Deutschland im Internet zu veröffentlichen. Bereits verfügbar ist der erste Jahrgang mit den Berliner Berichten des Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo aus dem Jahr 1933, wie DHI-Direktor Michael Matheus am Dienstag mitteilte. Für die aufwändige Edition arbeitet das DHI mit dem Vatikanischen Geheimarchiv und der Bonner Kommission für Zeitgeschichte zusammen.

Die Nuntiaturberichte gelten als eine der wichtigsten Quellen für das Verhältnis von römisch-katholischer Kirche, Papsttum und Nationalsozialismus. Die Akten aus dem Pontifikat von Papst Pius XI. (1922-1939) wurden erst 2003 freigegeben. "Die Edition der Berichte Cesare Orsenigos wird den Kenntnisstand über das Verhältnis von katholischer Kirche und NS-Regime in vielen Details bereichern", erklärte Matheus.

Die Edition zum Jahr 1933 enthält rund 200 Dokumente, darunter auch Anweisungen des Vatikans an den Nuntius. Im nächsten Jahr soll die Edition zunächst um die Jahrgänge 1930-1932 ergänzt werden, ehe es dann mit 1934 weitergeht. (APA/AP/red)

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