Royal Bank of Scotland vor Schrumpfkur

14. Oktober 2009, 12:05
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300 Filialen vor Schließung

London - Die weitgehend verstaatlichte britische Royal Bank of Scotland (RBS) steht nach einem Zeitungsbericht vor einer Schrumpfkur. Nach den staatlichen Milliardenspritzen könnte sich RBS wegen der europäischen Wettbewerbsregeln gezwungen sehen, sich von mehr als 300 Filialen in England und Wales zu trennen, wie die "Financial Times" am Mittwoch berichtete.

Demnach könnte RBS auf Druck von Brüssel die Filialen an einen Mitbewerber oder eine Beteiligungsgesellschaft verkaufen. Die Pläne der Bank würden von der Regierung unterstützt, schreibt das Blatt weiter. Es werde erwartet, dass Details mit den nächsten Quartalsergebnisse im November bekanntgegeben werden.

Die RBS war in der Finanzkrise ins Wanken geraten und musste mit Steuergeldern gerettet werden. Mittlerweile hält der Staat 70 Prozent an der Großbank. Neben RBS könnte auch der Bankenriesen Lloyds dazu gezwungen sein, sich von Teilen seines Geschäfts zu trennen. Medien hatten im vergangenen Monat berichtet, dass die EU-Wettbewerbshüter die größte Privatkundenbank des Königreichs auffordern könnten, sich von ihrer Tochter Halifax zu trennen. Die EU-Kommission hatte dies als "pure Spekulation" bezeichnet. (APA)

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