Bildungsteil am Nachmittag gratis, Betreuung kostet

14. Oktober 2009, 12:20
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An AHS derzeit 88 Euro im Monat, an Pflichtschulen je nach Erhalter - Zusätzlich Essensgeld

Wien - Die von ÖAAB-Chef Michael Spindelegger (ÖVP) ins Spiel gebrachten Elternbeiträge für die Nachmittagsbetreuung an den Schulen gibt es teilweise bereits. Derzeit wird an den Bundesschulen (v.a. AHS) ein sogenannter "Betreuungsbeitrag" von 88 Euro im Monat eingehoben (bei einer Anmeldung über fünf Tage/Woche), dazu kommt laut einer Verordnung des Unterrichtsministeriums ein von der Schulleitung festzusetzender "Verpflegungsbeitrag" für das Essen.

An den Pflichtschulen legen die jeweiligen Erhalter - also Länder und Gemeinden - eigene Beiträge fest, die sich in der Höhe aber an den AHS orientieren. Gratis ist der "Bildungsteil" des Nachmittags, also etwa Förderstunden, Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer und natürlich der Pflichtunterricht für alle.

"Tagesbetreuung neu": 10 Stunden "Bildungsangebot"

Im Rahmen der "Tagesbetreuung neu" erhalten die Schüler am Nachmittag zehn Stunden pro Woche ein "Bildungsangebot", etwa durch Förderstunden oder Hausaufgabenbetreuung. Dies erfolgt durch Lehrer und ist gratis - theoretisch könnte es auch für sich allein in Anspruch genommen werden, was allerdings in der Praxis kaum vorkommt, weil die Stunden im Regelfall nicht zusammenhängen. Ebenfalls nicht bezahlt werden muss für die neu eingeführte "Mittagsbetreuung" (außer für die Verpflegung), bei der Schüler nur die Zeit bis zum etwaigen Pflichtunterricht am Nachmittag an der Schule überbrücken.

Ein Elternbeitrag fällig wird allerdings für jenen Teil am Nachmittag, der für die Beaufsichtigung beim individuellen Lernen bzw. Freizeitprogramm aufgewendet wird. Hierfür werden nicht nur Lehrer eingesetzt, sondern auch Erzieher.

88 Euro Betreuungsbeitrag bei AHS

An den AHS beträgt der Betreuungsbeitrag der Eltern 88 Euro für eine Anmeldung über fünf Tage. Für einen Tag pro Woche sind 30 Prozent davon fällig, für zwei Tage 40, für drei Tage 60 und für vier Tage 80 Prozent. Ermäßigungen sind für Bezieher geringer Einkommen möglich: Wer weniger als 11.223 Euro pro Jahr verdient, wird vollständig befreit, mit einem Einkommen von über 19.500 Euro zahlt man voll. Dazwischen gibt es eine Staffelung bei der Ermäßigung.

An den Pflichtschulen, die von Ländern bzw. Gemeinden erhalten werden, hängt die Höhe des Betreuungsbeitrags vom Erhalter ab. In der Regel orientieren sich diese in etwa an den Sätzen für die AHS. In Wien, wo tageweise abgerechnet wird, kostet ein Tag in der Nachmittagsbetreuung fünf Euro. Unterschiedlich hoch ist der Verpflegungsbeitrag für das Essen. Dieser wird von der Schulleitung festgelegt. In Wien beträgt er zum Beispiel 3,20 Euro pro Tag. (APA)

 

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