Da Vincis Fingerabdrücke im Labor verglichen

14. Oktober 2009, 11:53
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Übereinstimmung deutet auf bisher unbekanntes Gemälde des Meisters hin - mit enormer Wertsteigerung

London - Auf dem Porträt einer Frau haben Experten einen Fingerabdruck entdeckt, der große Ähnlichkeit mit dem Leonardo da Vincis auf einem Werk im Vatikan haben soll, wie die britische Fachzeitschrift "Antiques Trade Gazette" berichtete. Der Fingerabdruck am oberen linken Rand des Gemäldes kam bei einer Untersuchung in einem Pariser Speziallabor ans Licht. Das Labor hatte insgesamt 18 Monate an dem Bild geforscht.

Das 33 mal 24 Zentimeter große Bild zeigt den Kopf einer Frau im Profil. Der Künstler hatte es unter anderem mit Kreide auf Pergament gebracht. Kleider und Frisur der gemalten Frau sind der Mailänder Mode des späten 15. Jahrhunderts ähnlich. Bei einer Untersuchung zur Entstehungszeit habe ein Schweizer Institut einen Zeitraum zwischen 1440 und 1650 angegeben, was Leonardo da Vincis Lebzeiten (1452 bis 1519) miteinschließen würde. 

100 Millionen wert?

Das Bild hatte bei einer Versteigerung in New York im Jahr 1998 für 19.000 Dollar den Besitzer gewechselt. Bei der Auktion wurde es als ein Werk aus dem 19. Jahrhundert angepriesen. Sollte es sich um einen Leonardo handeln, wäre das Bild der "Antiques Trade Gazette" zufolge rund 100 Millionen Euro wert. Seit 2007 befindet es sich im Besitz des Kunstsammlers Peter Silverman.

Der kanadische Kunstexperte Peter Paul Biro habe die Multispektral-Bilder des Pariser Labors untersucht. Nach seiner Expertise hat der Abdruck eine hohe Übereinstimmung mit dem Abdruck eines Zeige- oder Mittelfingers auf Leonardos Bild "St. Jerome" im Vatikan. Nach Angaben Biros handelt es sich bei "St. Jerome" um ein frühes Werk Leonardos aus einer Zeit, wo er noch keine Assistenten beschäftigt hatte. Infrarot-Aufnahmen zeigten zudem eine hohe Ähnlichkeit mit einem Frauen-Porträt da Vincis, das in Schloss Windsor hängt.

Die Laborergebnisse stützen die These des Da-Vinci-Experten Martin Kemp, wie das Magazin weiter schreibt. Der ehemalige Professor für Kunstgeschichte an der Universität Oxford habe seine Erkenntnisse über das Bild in einem Buch zusammengetragen, das allerdings noch nicht veröffentlicht ist. Nach seinen Erkenntnissen könnte es sich bei der porträtierten Frau um Bianca Sforza handeln, die Tochter eines Herzogs von Mailand. (APA/red)

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